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Bern 2010 vor dem IOC

Keystone

Dres von Weissenfluh, Projektleiter des Initiativ-Komitees Bern 2010, rechnet nach einem Meeting beim IOC mit viel Arbeit, aber nicht mit bösen Überraschungen.

Zusammen mit den sieben anderen Bewerbern um die Winterspiele 2010 fand sich eine fünfköpfige Schweizer Delegation am Sonntag zu einer dreieinhalb Stunden dauernden Veranstaltung beim Internationalen Olympischen Komitee in Salt Lake City ein.

Von Schweizer Seite waren Martin Hodler, Präsident des Initiativkomitees, der Berner Stadtpräsident Klaus Baumgartner, Swiss-Olympic-Direktor Marco Blatter, Swiss-Olympic-Generalsekretär Martin Rutishauser sowie von Weissenfluh dabei.

Kompetente IOC-Leute unter der Regie des Schweizer IOC-Sportdirektors Gilbert Felli orientierten über die verschiedensten Bereiche bei der Organisation Olympischer Spiele. «Alle haben nun gesehen, was es heisst, Olympische Spiele durchzuführen», sagte Rutishauser. «Dieses Prozedere kann verhindern, dass in Zukunft bei Kandidaten, welche die Anforderungen nicht erfüllen, unnötig Geld zum Fenster hinausgeworfen wird.»

Für von Weissenfluh zeigte es sich, dass «wir gegenüber mehreren Kandidaten weiter voran geschritten sind, weil wir schon eine nationale Ausscheidung hinter uns haben. Dafür mussten viele Vorarbeiten geleistet werden». Der Berner Projektleiter verliess das Meeting mit einem guten Gefühl für seine Kandidatur.

Bundesrat Schmid sehr zurückhaltend

Nicht so optimistisch fiel kürzlich die Beurteilung des derzeitigen Standes der Kandidatur Bern 2010 durch den Bundesrat aus. Auch Sportminister Samuel Schmid gab sich in Salt Lake City recht reserviert, als er zu der politischen Unterstützung der Olympiabewerbung Bern 2010 befragt wurde.

«Diese Kandidatur ist nicht ein Projekt des Bundes», sagte Schmid. «Der Bund kann nur im Rahmen seiner Möglichkeiten dazu beitragen. Ich hoffe, dass das Kandidaturkomitee hier in Salt Lake City die Gelegenheit ergreift, um Erfahrungen zu sammeln und dann die notwendigen Lehren daraus ziehen wird. Die Federführung liegt bei diesem Komitee.»

Viermal weniger als Sion 2006

Tatsächlich scheint sich der Bund für Bern 2010 noch nicht erwärmt zu haben. Daher ist auch die Ende Januar vom Gesamtbundesrat gesprochene Unterstützung der Kandidatur mit 300’000 Franken mager ausgefallen. Die Bewerbung Sion 2006 erhielt in dieser Phase das Vierfache, nämlich 1,2 Mio. Franken. Dürftig erscheint in diesem Zusammenhang auch das Budget der Berner für die Kandidatur 2010 in der Höhe von rund 12 Mio. Franken; Sion 2006 wendete 22 Mio. Franken auf.

Laut Heinz Keller, dem Direktor des Bundesamtes für Sport (BASPO), der auch Mitglied des Kandidaturkomitees Bern 2010 ist, erwartet der Bund, dass die Wirtschaft voll hinter der Kandidatur steht und die Finanzierung ermöglicht. Bis vor wenigen Tagen soll die Hälfte der 12 Millionen garantiert gewesen sein; dies stellte Swiss Olympic als Bedingung für die Einreichung der Kandidatur.

Einer, der mithilft, die Finanzierung sicher zu stellen, ist René Burkhalter, der frühere Präsident von Swiss Olympic und heutige Präsident der Schweizer Sporthilfe. Er beruhigt: «Ich habe einen Teil der sechs Millionen beschafft und werde dem Kandidaturkomitee noch weitere Mittel beschaffen.»

Das IOC trifft Ende August 2002 eine Vorselektion über die acht angemeldeten Kandidaturen. Im Juli 2003 werden die Winterspiele an der IOC-Session in Prag vergeben.

swissinfo und Agenturen

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