«Den Winterzauber in der Schweiz geniessen»
Schweiz Tourismus will mit fünf Millionen Franken Zusatzwerbung den Wintertourismus ankurbeln. Nach den Attentaten in den USA und dem Swissair-Debakel soll das Image des Ferienlandes Schweiz wieder aufpoliert werden.
«Wir möchten den Gästen aus den potentiellen Nahländern und der Schweiz Lust auf Winterferien und den Winterzauber in den Schweizer Alpen wecken», sagt Eva Brechtbühl, Mitglied der Geschäftsleitung von Schweiz Tourismus, gegenüber swissinfo.
Gerade in schweren Zeiten sei es wichtig, dass man den Leuten zeige, dass es «ausserhalb dieser täglich negativen Nachrichten auch noch etwas Schöneres» gebe, meint Brechtbühl.
Die terroristischen Attacken in den USA und die nun erfolgten Reaktionen wie Flugangst, aber auch das Swissair-Debakel mit dem grossen Imageverlust für das Reiseland Schweiz würden zu deutlichen Rückgängen bei den Fluggästen führen. «Wir rechnen mit Einbussen von 30 bis 40%. Das sind rund 500’000 Logiernächte», präzisiert Brechtbühl.
Rund 35% aller ausländischen Gäste, nämlich 4,5 Millionen, reisten per Flugzeug in die Schweiz. Besonders auf dem amerikanischen Markt ist nach Ansicht von Schweiz Tourismus mit grossen Einbussen zu rechnen.
Deshalb richte sich die Winterkampagne primär an potentielle Gäste aus den umliegenden europäischen Ländern und der Schweiz. «Wir gehen davon aus, dass die Leute per Bahn oder per Auto anreisen und darauf verzichten, ein Flugzeug zu nehmen», sagt Brechtbühl.
Die Kampagne wird Anfang November starten. Schweiz Tourismus unterstreicht, dass eine einwandfrei funktionierende Airline für die Schweiz strategisch wichtig sei.
Der Imageschaden, den die Schweiz wegen des Swissair-Debakels erlitten habe, sei gross. Schweizer Kernwerte wie Zuverlässigkeit, Professionalität, Sicherheit und Kundenfreundlichkeit seien angeschlagen, befürchtet der Dachverband.
Für Schweiz Tourismus ist es wichtig, dass die neue nationale Airline die wichtigsten Destinationen anfliegt, über die der Schweizer Tourismus die Gäste gewinnen kann. «Falls das nicht der Fall sein wird, müssten wir schauen, wie mit anderen Airlines gewisse Kooperationen eingegangen werden könnten», bekräftigt Brechtbühl.
Alina Kunz Popper
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch