Gotthard: Lastwagen nur noch im Einbahnverkehr
Die Lastwagen werden ab Samstag nur noch im Zweistundentakt von Norden respektive Süden durch den Gotthard-Strassentunnel geschleust.
Das Ministerium für Umwelt, Verkehr, Energie Kommunikation (UVEK) hat am Donnerstag die kurzfristigen Dosierungs-Massnahmen für den alpenquerenden Schwerverkehr bekannt gegeben. Diese Übergangs-Massnahmen sollen im Frühling/Sommer des nächsten Jahres durch dauerhafte Lösungen im Alpenraum abgelöst werden.
Frontalkollisionen verhindern
Mit der neuen Zweistundentakt-Regelung, die auch Mindestabständen zwischen Lastwagen vorsieht, könnten Frontal- und Auffahrkollisionen von zwei Lastwagen verhindert werden.
Der Zweistundentakt gilt neu auch für die San-Bernardino-Route, wo der Schwerverkehr bisher halbstündlich alternierend durch den Tunnel rollte. Zudem soll auf der Südrampe des San Bernardinos die Kreuzung von Lastwagen vermieden werden, indem die Dosierstelle nach Soazza verlegt wird.
Zwei Dosierungsstellen
Um die Einbahnregelung am Gotthard umzusetzen, gibt es in Quinto und Amsteg Dosierungsstellen. Von diesen, vorerst noch auf der Autobahn A2 errichteten provisorischen Standorten aus werden jeweils rund 200 Lastwagen abwechslungsweise durch den Gotthard-Strassentunnel geschickt. Dabei werden die Konvois im Kanton Uri wegen der problematischen Steigung auf der Nordrampe von einem Patrouillenfahrzeug der Kantonspolizei eskortiert.
Mit einem Lastwagen-Überholverbot sowie einer optimierten Geschwindigkeit könnten die grössten Kapazitäten erreicht werden, heisst es. Am Gotthard dürften noch rund 3000 bis 3500 Lastwagen pro Tag verkehren. Vor der Brandkatastrophe vom vergangenen 24. Oktober, bei der elf Menschen starben, waren es jeweils noch weit über 5000.
Stösst der Dosierungsraum in Amsteg im Lauf des Tages an seine Kapazitätsgrenzen, so werden der Reihe nach weitere vorgelagerte Warteräume in Betrieb genommen. Sie befinden sich auf der A2 zwischen Stans und Buochs im Kanton Nidwalden sowie an anderen Standorten in der Zentralschweiz.
Grössere Wartezeiten
Laut UVEK wird die Wartezeit für den Schwerverkehr durch die Warteräume in einzelnen Fällen auf mehrere Stunden anwachsen. Das UVEK hofft, dass dadurch eine auf Freiwilligkeit basierende Verkehrslenkung möglich wird.
Die Dosierungs- und vorgelagerten Warteräume sollen unter Beachtung des Nachtfahrverbots bis spätestens 22.00 Uhr geleert werden. Geplant ist auch, dass der Schwerverkehr von den Zollstellen aus jeweils auf jene Achsen zu lenken, die noch freie Kapazitäten haben. Wer sich über die Weisungen hinwegsetzt, muss mit einer Verzeigung und einer Busse rechnen.
swissinfo und Agenturen
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