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Gute Chancen für das Schweizer Daviscup-Team

Marc Rosset und das Schweizer Team bereiten sich auf das Spiel gegen Frankreich vor. Keystone

Die Zahlen sprechen vor dem Daviscup-Viertelfinal in Neuenburg klar für Frankreich: Guy Forget hat drei Spieler aus den Top-20 des Technischen Rankings in seinem Kader, die vor Roger Federer, dem besten Schweizer, liegen. Und alle fünf Kandidaten der "Equipe Tricolore" sind besser klassiert als Marc Rosset, die mutmassliche Schweizer Nummer 2. Doch Forget ist vorsichtig.

Die Zurückhaltung des französischen Captains ist mehr als höfliches Understatement. Die Schweiz darf sich berechtigte Hoffnungen auf den zweiten Sieg gegen Frankreich (nach dem Erfolg im letzten Duell im Viertelfinal 1992 in Nîmes) und die zweite Halbfinal-Qualifikation überhaupt machen.

Roger Federer, der vor zwei Jahren mit einem Sieg gegen Sanguinetti (It) ebenfalls in Neuenburg debütiert hatte, war im ersten Teil des Jahres der weltweit beste Spieler auf Hallenplätzen. Er wurde nach seinem Turniersieg in Mailand, der «One-Man-Show» im Daviscup gegen die USA, dem Halbfinal in Marseille und dem Final in Rotterdam folgerichtig zum «Spieler des Monats» gewählt. In Neuenburg greift Federer wieder auf dasselbe Racketmodell wie damals zurück, denn auf Key Biscayne war er mit einem leichteren Modell beim Aufschlag unzufrieden.

Rosset: Neustart in Neuenburg

Während der Schweizer Leader Federer als Teenager in den letzten Partien in Ermangelung einer starken Nummer 2 quasi zum dreifachen Matchgewinn verdammt war, bringt ihm Rossets Rückkehr möglicherweise Erleichterung. Der Genfer, der nach schier endlosen Streitigkeiten nun erstmals unter Hlasek antreten wird, gewann zwar heuer noch nie zwei Partien am selben Turnier und erinnerte zuletzt auf Key Biscayne punkto Selbstvertrauen an ein Häufchen Elend; Rosset ist aber indoor allemal für einen Punkt gut. In Neuenburg könnte er zu einem Neustart in bessere Zeiten ansetzen — in spezieller Atmosphäre vor rund 5000 Zuschauern gegen seine französischen Copains, gegen die er mehr Spiele gewonnen als verloren hat, und in einem Wettbewerb, den er liebt (Bilanz 36:18, Einzel 24:12) wie auch auf einem Belag, der ihm zusagt.

Auf dem alten Greenset-Boden gründen die Schweizer Hoffnungen (und die französischen Zweifel). «Einen ähnlich schnellen Belag findet man nur noch in Moskau», erklärte etwa der nicht eben begeisterte Arnaud Clément. Rossets Affinität für das Turnier in der russischen Kapitale ist bekannt: 1992 und 1993 gewann er dort den «Kreml-Cup», im Vorjahr hinderte er im Halbfinal beinahe Jewgeni Kafelnikow an dessen viertem Triumph hintereinander in dessen Heimturnier. «Wir wollen Marc helfen, bis Freitag eine bessere Form zu finden», sagte Hlasek. «Wenn dies gelingt, dann spielt er. Er ist auf gutem Weg dazu.»

«Schweizer» Duell

Schweiz – Frankreich wird ein «freundschaftliches» Duell, sofern dies im patriotischsten aller Tennis-Wettbewerbe überhaupt möglich ist. Die Spieler verstehen sich gut, die Captains Hlasek und Forget sind langjährige Freunde, und neun von zwölf Protagonisten haben ihren Wohnsitz in der Schweiz – alle ausser Grosjean, Santoro und Rosset.

swissinfo und Agenturen

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