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Kinder werden vermehrt sozial vernachlässigt

Zwei Drittel der Schweizer Kliniken haben heute Kinderschutz-Gruppen. Keystone

Der Kinderschutz wird zur wachsenden Herausforderung: Dies hat ein Kongress von mehreren hundert Kinderärzten und KinderchirurgInnen in Luzern klar gemacht: Der Anteil der Kinder, die aus sozialen Gründen hospitalisiert werden, nimmt laufend zu.

Wie an einer Medienkonferenz vom Freitag (15.06.) erläutert wurde, gibt es vielfältige Gründe für die wachsende soziale Vernachlässigung von Kindern. Laut Ueli Bühlmann, Präsident der SGP, hängen sie mit den unterschiedlichen Familien-Situationen zusammen (Patchwork- oder Kleinst-Familien) – aber auch mit Emigration und Ghettoisierung in den Städten.

Die Medienkonferenz steht in Zusammenhang mit einem dreitägigen Kongress von mehreren hundert Kinderärzten und Kinderchirurgen in Luzern. Er wurde gemeinsam von der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie (SGP) und der Schweizerischen Gesellschaft für Kinderchirurgie durchgeführt; die SGP feiert dabei das 100-jährige Bestehen. Im Mittelpunkt steht das brisante Thema Kinderschutz.

Kinderschutzgruppen an Kliniken

Für Ueli Lips von der Universitäts-Kinderklinik Zürich ist es wichtig, das nie jemand allein entscheidet. Kinderschutz solle inter-disziplinär und inter-institutionell angegangen werden.

Drei Hauptziele streben Kinderschutz-Gruppen an: Hilfe bei der Klärung und Einordnung der Ereignisse, der Schutz des Opfers sowie die Hilfe zu Veränderungen, damit sich Misshandlungen nicht wiederholen.

Zusammenarbeit mit den Behörden

Bei leichten Fällen steht die Kooperation mit der Familie an erster Stelle. Ist die Familie jedoch nicht genügend motivierbar, soll die Kooperation mit der Vormundschafts-Behörde gesucht werden. In schweren Fällen ist eine Anzeige notwendig; auch in diesem Fall sind aber Veränderungen mit der Familie anzustreben.

swissinfo und Agenturen

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