Mangel an Organspendern in der Schweiz
Obwohl in der Schweiz immer mehr Menschen eine neue Niere oder ein neues Herz brauchen, stagniert die Spendefreudigkeit. Nach Angaben von der Stiftung Swisstransplant ist die Schweiz eines der 'schlechtesten Spenderländer' in der westlichen Welt.
Obwohl in der Schweiz immer mehr Menschen eine neue Niere oder ein neues Herz brauchen, stagniert die Spendefreudigkeit. Nach Angaben von der Schweizerischen Stiftung für Organspende und Transplantation (Swisstransplant) ist die Schweiz eines der ’schlechtesten Spenderländer‘ in der westlichen Welt.
An einer Veranstaltung von Swisstransplant zum Nationalen Tag der Transplantation und Organspende vom 25. September beklagte Professor Philippe Morel vom Genfer Kantonsspital die Tatsache, dass die Empfänger-Warteliste immer länger werde – bei stagnierenden Spenderzahlen. 1998 standen 920 Menschen auf der Warteliste für ein Organ, während 421 Transplantationen durchgeführt wurden.
Christian Seiler vom Berner Inselspital betonte an der Veranstaltung von Swisstransplant, dass die Schweiz eines der schlechtesten Spenderländer der westlichen Welt überhaupt sei. Über drei Viertel der Einwohner seien zwar für die Organspende, aber nur gut 10 Prozent hätten einen Spenderausweis. Was das medinische Know-How betrifft, gehört die Schweiz nach Einschätzung von Swisstransplant dagegen zur Weltspitze.
In der Schweiz begann das Zeitalter der Transplantationen vor 35 Jahren. 1964 wurde erstmals eine Niere verpflanzt. Heute gibt es sechs Transplantationszentren (Basel, Bern, Genf, Lausanne, St. Gallen und Zürich). Im Moment wird in der Schweiz eine einheitliche Gesetzesregelung für Transplantationen ausgearbeitet. Die Vernehmlassung zum neuen Bundesgesetz wird noch in diesem Jahr gestartet.
SRI und Agenturen
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