Marcel-Benoist-Preis geht erstmals an Juristen
Für ihre Verdienste um die Lehre über die Grundlagen und die Durchsetzung der Menschenrechte haben die beiden Juristen Jörg Paul Müller und Luzius Wildhaber als erste ihres Fachs am Freitag (19.11) in Bern den Marcel-Benoist-Preis erhalten.
Zwei Schweizer Menschenrechtsspezialisten haben am Freitag (19.11.) den diesjährigen Marcel-Benoist-Preis erhalten. Die beiden Preisträger, die Juristen Jörg Paul Müller und Luzius Wildhaber, sind international bekannt und haben sich bei der entsprechenden Rechtsetzung stark engagiert.
Müller, 1938 in St. Gallen geboren, ist Professor für Verfassungs-, Verwaltungs-, Völkerrecht und Rechtsphilosophie in Bern; der ein Jahr ältere Wildhaber war Professor in Freiburg und von 1977 bis 1998 an seiner Heimatuniversität Basel, bis er zum Präsidenten des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte gewählt wurde.
Die beiden nahmen im Rahmen einer öffentlichen Feier die mit insgesamt 100’000 Franken dotierte Auszeichnung an der Universität Bern von Bundespräsidentin Ruth Dreifuss entgegen, die als Chefin des Departements des Innern den Stiftungsrat für den ältesten Wissenschaftspreis der Schweiz präsidiert.
Der Marcel-Benoist-Preis wird seit 1920 an Wissenschafter in der Schweiz für ihre Forschungsleistung und deren Bedeutung für das menschliche Leben verliehen. Bisher ging der Preis an ein breites Spektrum von Fachbereichen in den Natur- und biomedizinischen Wissenschaften. Nachdem die Stiftung 1997 beschlossen hatte, auch die Human- und Sozialwissenschaften zu berücksichtigen, werden nun erstmals zwei Vertreter der Jurisprudenz geehrt.
Der 61-jährige Müller stammt aus St. Gallen und studierte an den Universitäten Bern und Genf sowie an der US-Universität Harvard unter Henry Kissinger. 1970 wurde er als Ordinarius für Staats-, Verwaltungs- und Völkerrecht an die Universität Bern berufen. 1997 bis 1983 war er nebenamtlicher Bundesrichter. Müller zeichnet sich laut Angaben der Stiftung durch seine hohe Wissenschaftlichkeit, seine tiefgreifende Analyse und die Breite seiner Schlussfolgerungen aus. Unter anderem hat er zusammen mit dem zweiten Preisträger das Standardwerk «Praxis des Völkerrechts» verfasst.
Der 62-jährige Wildhaber wurde in Basel geboren und studierte an den Universitäten Basel, Paris, Heidelberg, London und Yale in den USA. 1977 erhielt er den Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der Universität Basel, wo er 1992 bis 1994 auch als Rektor wirkte. Zudem führte ihn sein Weg als Richter an viele internationale Gerichte und Instanzen. Seit 1991 ist er am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg tätig, den er seit 1998 präsidiert.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch