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Olympia: Jetzt oder nicht mehr!

Michael von Grünigen (links) und Didier Cuche: Doch noch eine alpine Medaille für die Schweizer Männer? Keystone

Der Riesenslalom am Donnerstag ist wohl die letzte Chance auf einen Schweizer Olympiasieger bei den Ski-Männern: Didier Cuche oder Michael von Grünigen?

Michael von Grünigen errang 1997 in Sestriere und letzten Winter in St. Anton zwar den WM-Titel. An Olympischen Spielen liegt der letzte Schweizer Sieg im Riesenslalom gleichwohl 18 Jahre zurück.

Seit Max Julens Triumphfahrten 1984 in Sarajevo gewann kein Schweizer mehr. Am nächsten dran war Urs Kälin 1994 in Lillehammer. Nur zwei Hundertstel hinter dem Deutschen Markus Wasmeier holte er damals Silber. Und vor vier Jahren in Nagano belegte von Grünigen hinter Hermann Maier und Stephan Eberharter Platz 3.

MvG kennt den Hang

Michael von Grünigen wird im April 33 Jahre alt. Für ihn ist es die letzte Chance, Olympiasieger zu werden. Nach einer mit Verletzungs-Problemen beladenen Saison (Schulterblatt, Ellbogen) fühlt sich MvG wieder besser, und der Hang in Park City liegt dem Berner Oberländer.

Hier hat er schon zweimal im Weltcup gewonnen, im November 1995 und letzten Winter bei der Olympia-Hauptprobe. «Das ist ein gutes Omen», meint von Grünigen, der aus einer komfortablen Position angreifen kann: «Der Topfavorit bin ich diesmal nicht.» Nur zweimal kam er in diesem Winter aufs Podest: Als Dritter in Sölden und als Zweiter in Alta Badia.

Cuche und der Riesenslalom

Aufgrund der bisherigen Saison-Ergebnisse müssen Didier Cuche (27) die eher besseren Möglichkeiten eingeräumt werden als von Grünigen. Noch gut in Erinnerung ist, wie der Neuenburger in Adelboden die Gegner in Grund und Boden gefahren hat und mit 1,15 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Frédéric Covili seinen ersten Weltcupsieg im Riesenslalom feierte.

Es stellt sich nur die Frage, wie Cuche die bisherigen Enttäuschungen von Salt Lake City weggesteckt hat. 14. wurde er in der Abfahrt, im Super-G schied er auf dem Weg zur möglichen Goldmedaille aus.

Bode Miller

«Cuche wollte im Super-G mehr, als drin lag», befand Cheftrainer Dieter Bartsch. Auch Cuche selber gesteht ein, dass er «einen Zacken zu viel» zugelegt hat. «Aber wenn ich nur Siebenter geworden wäre, hätte mich das noch mehr enttäuscht als das Ausscheiden».

Mit 80 Prozent lasse sich an Olympischen Spielen nichts gewinnen, ist Cuche sich sicher, «ich gebe auch im Riesenslalom wieder alles. Und vielleicht habe ich diesmal auch das nötige Glück, das mir bisher fehlte.» In den letzten drei Weltcup-Riesenslaloms vor Olympia stand er stets auf dem Podest. Dass er über die Qualitäten zum Gewinn einer Medaille verfügt, ist unbestritten.

Nur steht den Schweizern womöglich jener Mann vor der westamerikanischen Sonne, der die gewaltige Zielarena in Park City zum Tollhaus verwandeln wird: Bode Miller, der als erster Amerikaner im Riesenslalom der Männer eine Medaille anvisiert.

Selbst die in den 80er-Jahren so erfolgreichen Brüder Phil und Steve Mahre haben dies nie geschafft. Und was ist mit Kjetil André Aamodt? Der Norweger stand in den Riesenslaloms dieser Saison noch nie auf dem Podest. Doch das war auch vor dem Super-G so.

Die weiteren Schweizer Starter neben von Grünigen und Cuche sind der Walliser Didier Defago und der Glarner Tobias Grünenfelder.

swissinfo und Werner Eisenring, SI

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