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Positive Bilanz der Genfer Kolumbien- Gespräche

Die Gespräche, an denen seitens der ELN u.a. A. Garcia (l.) und F. Galan (r.) teilnahmen, wurden von schweren Kämpfen in Kolumbien überschattet. Keystone

Die Schweiz hat sich am Mittwoch (26.07.) trotz der ergebnislosen Kolumbien-Gespräche zufrieden über das zweitägige Treffen gezeigt. Es sei eine wichtige Etappe im Friedensprozess gemacht worden, hiess es beim Schweizer Aussenministerium in Bern.

Die Gespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und den Rebellen des «Nationalen Befreiungsheers» (ELN) in Genf waren am Dienstagabend in Genf ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen.

Am Treffen hätte eine nationale Versöhnungskonferenz und ein Fahrplan für einen Friedensprozess diskutiert werden sollen.

Die Gespräche in Genf waren jedoch von neuen Guerilla- Aktionen im Süden Kolumbiens überschattet worden. Trotz der Schwierigkeiten sei positiv, dass eine Schlusserklärung zustande gekommen sei, sagte Livio Zanolari, Sprecher des Eidg. Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage.

Internationalisierung

«Es handelt sich um den Beginn der Internationalisierung des Friedensprozesses», betonte Zanolari. Die fünf vermittelnden Länder hätten in Genf eine besondere Rolle gespielt. Die Schweiz sei bis zu einem nächsten Treffen zur Sprecherin der Ländergruppe ernannt worden, sagte Zanolari. Zeitpunkt und Ort eines zweiten Treffens seien allerdings noch offen.

Die fünf an den Gesprächen beteiligten Länder (Schweiz, Frankreich, Spanien, Norwegen und Kuba) waren in einem gemeinsamen Communiqué aufgefordert worden, ihre Bemühungen für eine Friedenslösung fortzusetzen.

In dem Communiqué der Regierung, der Rebellen und Vertretern der Zivilgesellschaft zum Abschluss des Treffens waren die jüngsten Gewaltakte bedauert worden, die eine Lösung erschwerten.

Nicht negativ

Die Abwesenheit der grössten Guerillaorganisation, der «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC), am Treffen in Genf wollte das EDA nicht als negativ bewerten. Die FARC verhandle bereits mit der Regierung in Bogotá und habe auch bereits eine entmilitarisierte Zone im Süden des Landes zugesprochen bekommen, sagte Zanolari.

Der Konflikt in Kolumbien hat seit 1964 mehr als 120’000 Tote gefordert. Mehr als zwei Millionen Menschen wurden vertrieben.

Geisel freigelassen

Im Anschluss an die Genfer Gespräche wurde bekannt, dass die ELN als «humane Geste» eine Geisel aus der Flugzeugentführung vom April 1999 freigelassen hat.

Der am Dienstag auf freien Fuss gesetzte Ingenieur Yesid Gómez war nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz eine der letzten fünf Geiseln, die nach der Entführung einer Linienmaschine am 12. April 1999 von der ELN festgehalten wurden.

swissinfo und Agenturen

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