Prämie für jugoslawische Fussball-Nati vorübergehend blockiert
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) hat vergangene Woche die Prämie des Europäischen Fussballverbands (UEFA) für die jugoslawische Fussball- Nationalmannschaft vorübergehend blockiert.
Die 7,8 Millionen Franken für das Erreichen des EM-Viertelsfinals wurden inzwischen wieder frei gegeben.
Das seco hatte die Verfügung zur Blockierung der UEFA-Prämie für die jugoslawische Fussballnationalmannschaft Anfang Juli erlassen, wie seco-Sprecher Alan Kocher am Wochenende auf Anfrage der AP bestätigte. Die Blockierung sei auf Grund von Hinweisen der Europäischen Union (EU) erfolgt, wonach der jugoslawische Fussballverband unter der Kontrolle des Regimes von Jugoslawiens Präsident Slobodan Milosevic stehe.
Neue Informationen aus Jugoslawien hätten aber ergeben, dass der Fussballverband nicht von der Regierung kontrolliert werde, sondern eine private Vereinigung sei.
Die Blockierung der Gelder sei deshalb Ende Woche aufgehoben worden, sagte Kocher. Das seco habe den jüngsten Entscheid in einem Brief dem Fussball-Weltverband FIFA und der UEFA bestätigt. Kocher betonte, die Prämie sei vorsichtshalber blockiert worden, um nicht gegen die eigenen Sanktionen zu verstossen. Die Schweiz hatte sich letztes Jahr den Sanktionen der EU gegen Jugoslawien weitgehend angeschlossen.
Branko Bulatovic, der Generalsekretär des jugoslawischen Fussballverbands, hatte zuvor laut der jugoslawischen Nachrichtenagentur Beta in Belgrad erklärt, sein Verband wolle den Schweizer Behörden eine detaillierte Dokumentation samt Statuten zukommen lassen. Diese sollten zeigen, dass der Fussballverband unabhängig und nicht mit dem Staat verbunden sei. Laut Bulatovic hätte die in der Schweiz domizilierte UEFA das Geld bereits zuvor nach Jugoslawien transferieren wollen. Die Organisation sei aber an schweizerische Bestimmungen gebunden.
swissinfo und Agenturen
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