Protestbereitere und politisch rechtere Jugend
In den letzten 25 Jahren sind die jungen Erwachsenen leicht nach rechts gerutscht, protestbereiter und materialistischer geworden. Ihre Grundwerte und das Vertrauen in die Demokratie sind aber stabil geblieben.
Dies sind die Resultate der neusten Trendstudie der Eidgenössischen Jugendbefragungen «ch-x», welche die pädagogischen Rekrutenprüfungen abgelöst haben.
Überraschende Quintessenz der Studie sei die Stabilität der Werte der jungen Erwachsenen über ein Vierteljahrhundert, sagte ETH-Professor Karl Haltiner. Zugenommen habe die Protestbereitschaft. Die Jungbürgerschaft sei eher zu Streiks oder Demonstrationen bereit oder diese zu tolerieren.
Von einer Politikverdrossenheit oder einer wachsenden Distanzierung vom politischen System, wie sie in Trendstudien für Deutschland konstatiert werde, sei in den Schweizer Daten nichts zu spüren, sagte Haltiner.
Laut der Studie sei 1994 die «öffentlich-ethische Dimension» für die jungen Erwachsenen am wichtigsten gewesen. Zehn Jahre später habe sie die «materialistische Dimension» überholt.
Das Nationale als «Wir»-Bezugsgrösse erlebe eine Renaissance, sagte Haltiner. Der Rutsch nach «rechts» in der politischen Orientierung sei unverkennbar.
Mehr als neun von zehn 20-Jährigen blickten gemäss den drei Umfragen sehr oder eher zuversichtlich in die Zukunft.
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