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Roche wieder unter Druck

Roche stösst mit seiner Geschäftspolitik in den USA erneut auf Widerstand. swissinfo.ch

Neues Ungemach für Roche: Verliert der Pharmakonzern einen laufenden Patentstreit in den USA, droht einmal mehr eine Busse, diesmal in Milliardenhöhe.

Vor kaum zwei Wochen hat die EU den Basler Pharmakonzern Roche mit 462 Millionen Euro gebüsst. Roche sei Anstifter eines Vitaminkartells gewesen. Es handelte sich um die bisher höchste EU-Busse überhaupt, doch Roche hat sie locker weggesteckt. Die Busse sei durch Rückstellungen gedeckt, liess das Unternehmen verlauten.

Doch bereits droht die nächste Busse. US-Analysten erwarten, dass die Roche-Tochterfirma Diagnostics einen Patentstreit in Maryland verliert. «Über eine Milliarde Dollar» könne Roche dieser jüngste Fall kosten, sagte John Putnam, Analyst bei der Investmentbank Gruntal, gegenüber dem Tages Anzeiger.

Roche steht gegenwärtig in Maryland vor Gericht. Die US-Firma IGEN hat das Pharma-Unternehmen eingeklagt. IGEN wirft Roche vor, Lizenzvereinbarungen gebrochen zu haben. Beobachter bezweifeln, dass Roche den nun laufenden Geschworenenprozess gewinnen wird.

IGEN stellt moderne Diagnose-Systeme her. Die von der IGEN patentierte Technologie lässt sich beispielsweise in der Krebs-Diagnostik, bei Erbkrankheiten oder auch bei Allergien verwenden. Gemäss Tages Anzeiger wirft IGEN Roche vor, ihre marktführende Stellung in Diagnostik aufgebaut zu haben, indem sie eine konkurrenzierende Produktelinie entwickelt und IGEN um Lizenzgebühren betrogen habe. Zudem habe die Firma einen Patentprozess mit einer Drittpartei ohne Zustimmung von IGEN aussergerichtlich beigelegt.

Im Hinblick auf den Geschworenen-Prozess gab man sich von Seiten Roches optimistisch. In einem Communiqué vom August hat Heino von Prondzynski, Chef der Diagnostics Division, mitgeteilt, man bleibe zuversichtlich, obwohl das Schlussurteil noch lange auf sich warten lassen könnte.

swissinfo

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