The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast

Schweiz erhöht Hilfe für Kongo

Den Opfern des Vulkanausbruchs im Osten Kongos will die Schweiz noch mehr helfen. Keystone

Die Schweiz stellt eine weitere Million Franken für die Opfer der Vulkan-Katastrophe im Osten von Kongo-Kinshasa bereit.

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) hatte vorher bereits 200’000 Franken Nothilfe für die Vulkan-Opfer gesprochen. Dies gab der Chef der Afrika-Sektion des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH), Hansjürg Ambühl, bekannt.

Ein grosser Teil des Rahmenkredites soll dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) für die Trinkwasser-Aufbereitung, dem Welternährungs-Programm (WFP) für die Nahrungsmittel-Versorgung sowie der Koordinationsarbeit der UNO zu gute kommen. Ambühl äusserte sich am Samstag-Abend nach der Rückkehr von einer mehrtägigen Erkundungs-Mission aus der Region.

Ein SKH-Logistiker, der mit Ambühl reiste, ist gleich in Goma geblieben, ein weiterer soll folgen. Weitere DEZA-Mitarbeiter aus Bujumbura und Kigali sind bereits in Goma tätig.

Die DEZA arbeitet im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) zudem mit einer Reihe lokaler Organisationen der Zivilgesellschaft zusammen, mit denen sie seit längerem in engem Kontakt steht. Ein Teil des Kredites soll diesen zufliessen.

Hilfe massiv angelaufen

In Goma habe er feststellen können, dass die internationale Hilfe nun im grossen Umfang angelaufen sei, sagte Ambühl. Bei seiner Rückfahrt von Goma ins benachbarte Ruanda habe er grössere Lastwagenkonvois mit Hilfsgütern gesehen. Nun gelte es sicherzustellen, dass die Güter auch an den richtigen Ort fliessen. Die UNO hatte angekündigt, binnen drei Wochen mehr als 18 Tonnen Lebensmittel in Goma zu verteilen.

In der Stadt am Kivu-See seien fast alle 500’000 Bewohnerinnen und Bewohner direkt oder indirekt von der Katastrophe betroffen. Entweder hätten sie Hab und Gut durch den Lavastrom verloren, der vor einer Woche mitten durch die Stadt floss, oder sie seien Opfer von Plünderungen geworden.

Graben zwischen Bevölkerung und Rebellen

Einen tiefen Graben machte Ambühl zwischen der Bevölkerung und der Rebellen-Organisation «Kongolesische Bewegung für Demokratie» (RCD-Goma) aus. Die Bevölkerung sei zutiefst enttäuscht, dass die RCD nicht genügend rasch vor der herannahenden Katastrophe gewarnt habe. Man schreibe der RCD nun auch zu, dass die Nothilfe nicht unverzüglich geflossen sei.

Der Wiederaufbau der von der Lava teilweise zerstörten Stadt am Kivu-See ist für Ambühl wegen des Niyrangogo mit grossen Unsicherheiten verbunden. Es sei noch unklar, ob das Risiko, die Stadt am gleichen Ort zu belassen, nicht zu gross sei. Zudem herrsche – angesichts der zerstörten staatlichen Strukturen durch den Bürgerkrieg – eine schwierige Situation.

Der ganze Osten des zentralafrikanischen Landes ist durch den seit Jahren tobenden Bürgerkrieg in eine humanitäre Notlage geraten. Der Vulkanausbruch habe die Lage nun noch weiter verschärft, erklärte Ambühl.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft