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Schweiz-Südafrika: Neue Forderungen

US-Anwalt Ed Fagan droht mit einer Sammelklage gegen Schweizer Banken. Keystone

Jubilee South Africa hat in Johannesburg eine parlamentarische Untersuchung der Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika gefordert.

«Wir hoffen, dass nach den kürzlichen Enthüllungen über die militärische Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Südafrika die politischen Behörden der Schweiz und die Banken diese Sache mit Verantwortung und Transparenz angehen», sagte Neville Gabriel, Sprecher von Jubilee South Africa.

Öffnung geheimer Archive

Das Exekutivkomitee von Jubilee, einer Koalition von Kirchen, Gewerkschaften und NGOs, fordert die Öffnung der geheimen Archive in der Schweiz und in Südafrika. «Wir würden eine Untersuchungs-Kommission begrüssen, der alle Informationen zugänglich sind», sagte Gabriel weiter.

Jubilee setze sich weiter für Entschädigungen ein, ihr Interesse daran seien Wahrheit und Gerechtigkeit für die Apartheidopfer. Ein erster Schritt müsse die Anerkennung der Wahrheit sein.

Der Ball sei nun bei den Gläubigern der Apartheid und den politischen Behörden der Schweiz. Falls es keine breite Untersuchung gebe, will Jubilee South Africa als letztes Mittel Klage gegen die die Schweiz, die Schweizer Banken und Unternehmen einreichen, die das Apartheidregime unterstützten.

US-Anwälte aktiv

Dasselbe Ansinnen hat US-Anwalt Ed Fagan. Für Dezember kündigte er eine Sammeklage gegen verschiedene Banken in der Schweiz und im Ausland an. Die Banken sollen das Apartheid-Regime in Südafrika finanziert haben.

«Gewisse Schweizer Banken waren die Hauptfinanzierer des Apartheid-Regimes in Südafrika», sagte Fagan in einem Interview in der neusten «Cash»-Ausgabe. Gemäss Fagan unterstützten die Banken Firmen, welche Sklaven beschäftigten, folterten und hinrichteten.

Ohne die Banken hätte das Regime seiner Meinung nach nicht so lange durchgehalten. Ed Fagan beziffert die Summe der angestrebten Entschädigungen auf mehrere Milliarden Dollar. Ein Mandat, die Schweizer Regierung zu verklagen, hat Fagan nicht.

Auch Fagans Berufskollege Michael Hausfeld erwägt juristische Schritte im Zusammenhang mit Entschädigungs-Zahlungen. Er war von Opfern des Apartheid-Regimes kontaktiert worden, mit der Bitte, dieser Sache nachzugehen.

swissinfo und Agenturen

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