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Schweizer in Israel: Die komplizierte Frage der Flüchtlinge

Eine mögliche Rückkehr der über 3 Mio. Palästinenser löst bei vielen jüdischen Israelis ungute Gefühle aus. swissinfo.ch

Die Israeli wählen am Dienstag (06.02.) ihren Premier-Minister. Dieser wird eine Schlüsselrolle spielen bei den künftigen Verhandlungen rund um das Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge. Der schweizerisch-palästinensische Forscher Jalal Husseini ist in diese schwierigen Verhandlungen involviert.

Heisst man Husseini, ist es schwierig sich der Geschichte Palästinas zu entziehen. Jalal trägt nämlich den Namen einer der grössten arabischen Familie Jerusalems.

Als 1948 der israelische Staat gegründet wurde, vertrat sein Vater Palästina vor den Vereinten Nationen. Er ging ins Exil nach Saudiarabien und in den Libanon. Später heiratete er eine Schweizerin.

Sein Studium am Institut Univerisitaire de Haute Etudes Internationales (IUHEI) in Genf schloss er mit einer Doktorarbeit über das UNRWA ab, der UN-Agentur, die für 3,5 Mîo. palästinensische Flüchtlinge zuständig ist.

In Jerusalem vertritt Husseini Jalal die palästinensischen Interessen bei den Verhandlungen mit den Israeli. Ein heikles Dossier.

«Es ist eine politische Frage, denn seit 1948 stand die Frage der Flüchtlinge im Zentrum aller Probleme Palästinas. Offensichtlich wird es keinen Frieden geben, wenn diese Frage nicht geklärt ist.»

Mehr als eine Million Flüchtlinge lebe in Lagern, oft unter unwürdigen Bedingungen. Zudem löste diese Frage unter anderem die Wiedergeburt der nationalistischen Bewegung in den 50er Jahren aus: «Die Flüchtlinge waren der bewaffnete Arm des Widerstandes.»

Die Verhandlungen stocken zur Zeit, weil Israel sich weigere, den Palästinensern die Wahl zu lassen: «Die Wahl zwischen Heimkehr und finanzieller Entschädigung. Auf beides haben die Flüchtlinge Recht,» erläutert Jalal.

Dies sei aber ein Recht, anerkannt durch die Vereinten Nationen. Für Israel selber stellt die Rückkehr von 3 Mio. Flüchtlingen jedoch den eigenen jüdischen Staat in Frage.

Yassir Arafat seinerseits kann nicht zurückkrebsen. Gefragt sind nun neue Lösungen. Finden können sie Diplomaten oder Forscher – wie Jalal Husseini.

Georges Malbrunot, Israel

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