Umtriebiger Ed Fagan
US-Anwalt Ed Fagan will alle Sammelklagen von Opfern der südafrikanischen Apartheid gegen Schweizer Banken zusammenlegen.
Zum Auftakt der Behandlung seiner Sammelklage gegen Schweizer Banken in New York stellte er am Freitag einen entsprechenden Antrag. Die Verhandlung wurde für zwei Wochen vertagt.
Bundes-Bezirksrichter Richard Casey legte den 23. August als nächsten Termin im Falle der Apartheid-Sammelklagen fest. Die Anwälte beider Parteien wies er an, sich untereinander besser abzusprechen.
Der Anwalt der Kläger, Ed Fagan, sprach sich für eine Zusammenlegung aller möglichen Apartheid-Klagen vor einem Gremium von Bundes-Bezirksrichtern aus. Beispielsweise auch jener, die von Michael Hausfeld und «Jubilee 2000» zu erwarten sind. Die Anwälte der Schweizer Banken UBS und Credit Suisse sowie der US-Citigroup wollen die Klagen einzeln behandeln.
Mit geeinter Kraft
Würden die Klagen zusammengelegt werden, könnte Fagan mit einem Verbund hochkompetenter Anwälte vor Gericht auftreten. Fagan wies vor Gericht auf den Fall der nachrichtenlosen Vermögen hin, in welchem der Richter die Anwälte anwies, alle Klagen in verschiedene Klassen aufzuteilen, um sie gemeinsam behandeln zu können.
Die Anwälte der Banken, Roger Whitten und Francis Barron, dagegen wollen am 13. September einen Antrag auf Abweisung der Klagen einreichen. Gründe dafür seien sowohl technische Fehler in der Klage sowie die Nichtzuständigkeit des Bundesbezirksgericht des südlichen Distrikts von New York.
Tadel für Fagan
Richter Casey tadelte Fagan dafür, dass er vor dem Gerichtstermin Fernsehinterviews gab. «Sie haben schlechte Manieren und sollten lernen, sich zu beherrschen und professionell aufzutreten. Sonst werden Sie in diesem Saal schwere Tage vor sich haben», sagte der blinde Richter.
Credit Suisse teilte in einer Erklärung mit, dass schwarze Südafrikaner arg unter dem Apartheid-Regime gelitten hätten. Doch diese Klage sei nichtig und gehöre nicht in dieses Gericht, hiess es.
Anwalt Roger Whitten, der die Schweizer Banken bereits im Bankenvergleich um nachrichtenlose Konten aus der Holocaust-Zeit vertrat, wollte keinen Kommentar abgeben. Der Richter habe deutlich gemacht, dass er nichts von öffentlichen Kommentaren der Anwälte halte. Diesen Wunsch wolle er respektieren, sagte Whitten.
Nächster Termin für Fagan
Vor Journalisten verneinte Fagan, im Gericht einen schweren Stand gehabt zu haben. «Wir haben gewonnen», sagte er, «wir sind in vierzehn Tagen wieder hier.» Für Fagan stand nach dem Treffen gleich der nächste Gerichtstermin an: Seine eigene Scheidung.
swissinfo und Agenturen
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