Unentschieden für Servette, Niederlage für GC
Uefa-Cup: Servette Genf und Hertha Berlin trennten sich 0:0. Die Grasshoppers verloren gegen Leeds United 1:2.
Servette besass nicht die Mittel, die solide Berliner Abwehr zu überlisten. Chancen zählte man nur am Anfang und im Schlussspurt. Der Bundesligist präsentierte sich in Genf als Minimalist, beschränkte sich mit der Spielkontrolle und überzeugte nur mit seiner defensiven Stabilität.
Die Genfer besitzen aber weiterhin die Chance, erstmals die Achtelfinals im UEFA-Cup zu erreichen. Auch im dritten Heimspiel im diesjährigen Europacup-Wettbewerb blieben sie ohne Verlusttor und haben dadurch die Möglichkeit, bereits mit einem 1:1 in Berlin für die grosse Überraschung zu sorgen.
Dazu benötigen sie aber mehr Kreativität im Spielaufbau, verbessertes Flügelspiel, gefährlichere Freistoss- Varianten und mehr Durchsetzungsvermögen der Stürmer. Wilson Oruma, der nigerianische Olympiasieger von 1996, genügt als Alleinunterhalter nicht. Von seinen Tricks und seinen Ideen ging die grösste Gefahr für Hertha aus.
Im defensiven Spiel überzeugte Servette. Hartnäckig im Zweikampf, klug im Stellungsspiel und konzentriert über die ganze Spieldauer, liess die Viererabwehr Herthas Offensive wenig Spielraum.
Niederlage für GC gegen Leeds
Die Grasshoppers kassierten im Hinspiel der dritten UEFA-Cup-Runde gegen Leeds United eine unverdiente 1:2- Heimniederlage. Stéphane Chapuisat hatte den Schweizer Meister in der 18. Minute mit einem phantastischen Schuss in Führung gebracht.
Nachdem Richard Nunez in der 68. Minute einen Handspenalty nicht an Goalie Nigel Martyn vorbeibrachte, drehte das Spiel: Ian Harte und Alan Smith bescherten Leeds einen unerwarteten Auswärtserfolg.
So brutal und bitter kann Fussball manchmal sein. Der Schweizer Meister steuerte 70 Minuten lang einem verdienten Sieg entgegen. Bei misslichen äusseren Bedingungen und extrem schwierigen Terrainverhältnissen gefielen die Zürcher mit grossem Kampfgeist und der technisch feineren Klinge.
Das 2:0 schien Tatsache zu werden, als Nunez nach einem langen Dribbling im Strafraum von Rio Ferdinand und Goalie Martyn gestoppt wurde und der Schiedsrichter wegen einem Hands von Ferdinand auf Penalty entschied. Nunez brachte den Ball aber auf dem tiefen Terrain nicht im Tor unter.
Nur fünf Minuten später aber schlugen die Engländer auf der anderen Seite zu. Freistoss-Spezialist Harte zirkelte einen Ball über die Mauer in die hohe Ecke. Der GC-Goalie Peter Jehle hatte keine Abwehrchance. Dieser Schock sass tief: Sieben Minuten später reagierte Stürmer Alan Smith nach einem Abpraller im Strafraum am schnellsten und stocherte den Ball aus fünf Metern ins Tor.
Schweiz vorgerückt
Die Schweiz ist nach den Hinspielen dieser 3.UEFA-Cup-Runde auf Platz 16 des Fünfjahres-Rankings der UEFA vorgerückt.
Ein weiteres Vorrücken scheint in dieser Saison kaum mehr möglich; dazu müssten die beiden Schweizer Vertreter Grasshoppers und Servette noch drei Siege und ein Unentschieden erreichen. Nur so könnte das auf Platz 15 liegende Österreich, welches wie Norwegen keine Mannschaft mehr im Europacup hat, noch überholt werden.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch