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«Unrecht nicht mit Unrecht vergelten»

Die Regierung hat die Schweizer Bevölkerung zu Gedenkminuten aufgefordert. Keystone

Bundespräsident Moritz Leuenberger warnt vor einem Gegenschlag, der Unschuldige treffen könnte. Bei den Anschlägen in den USA kamen mindestens zwei Schweizer ums Leben. Am Freitag um 12.00 Ortszeit finden Schweigeminuten statt.

«Hass darf nicht mit Hass, Unrecht nicht mit Unrecht vergolten werden», sagt Bundespräsident Leuenberger in einem Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung» vom Freitag.

Es sei richtig, dass die Urheber des Anschlags gefunden und bestraft würden. Doch jede Reaktion, die unschuldige Leute betreffe, sei zu verhindern.

Gleichzeitig betont der Bundespräsident, dass man die Schuld nicht einfach einer ganzen Religionsgemeinschaft oder einem ganzen Land in die Schuhe schieben darf.

Gedenkminuten am Mittag

Die Regierung lädt alle Schweizerinnen und Schweizer ein, am Freitag ab 12.00 Uhr drei Schweigeminuten einzulegen. Damit soll der Trauer und der Solidarität gegenüber dem amerikanischen Volk Ausdruck gegeben werden. Den gleichen Aufruf hat die Europäische Union an die Bevölkerung ihrer 15 Mitgliedstaaten gerichtet.

Moritz Leuenberger besuchte am Donnerstag die US-Botschaft in Bern und trug sich als erster in das dort aufgelegte Kondolenzbuch. «Ich habe im Namen aller Schweizerinnen und Schweizer kondoliert und dem amerikanischen Volk versichert, dass wir mit ihm sind und mit ihm bleiben», sagte Leuenberger im Schweizer Radio DRS.

Der Bundespräsident zeigte sich beeindruckt von den Solidaritätsbekundungen vor der amerikanischen Botschaft. Die niedergelegten Blumen und Kerzen seien ein Zeichen der Betroffenheit und der Trauer.

Weiterhin 300 Schweizer vermisst

Das Aussenministerium bemüht sich weiter um die Tausenden von besorgten Menschen, die sich nach dem Schicksal ihrer Angehörigen in den USA zu erkundigen versuchten. Zwei, eine Schweizerin und ein Doppelbürger, befanden sich in den Passagier-Maschinen, die ins World Trade Center gelenkt wurden.

Der Krisenstab des EDA befürchtet, dass noch weitere Schweizer unter den Opfern sind. Am Donnerstagabend fehlte noch von über 300 Personen jedes Lebenszeichen.

Flugverkehr weiterhin engestellt

Nach ersten Festnahmen wurden die Sicherheits-Bestimmungen in den USA wieder verschärft. Die Flugverbindungen zwischen Zürich und den USA bleiben weiterhin unterbrochen. Wie der Flughafen Zürich am Freitagmorgen meldete, wurden die Flüge der US-Fluggesellschaften sowie die Swissair-Morgenverbindungen nach Nordamerika annulliert.

Nach Angaben von Unique-Airport kann aber aufgrund der nun vorliegenden Auflagen der amerikanischen Flugbehörden mit einer baldigen schrittweisen Wiederaufnahme des Luftverkehrs in die USA und nach Kanada gerechnet werden.

swissinfo und Agenturen

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