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Zum Trost das «Maillot blanc»

Bertogliati (rechtsaussen) neben Etappensieger Erik Zabel, der das Gelbe Trikot jetzt übernimmt. Keystone

Ende Leadertrikot: Der Tessiner Rubens Bertogliati musste es nach der 3. Etappe der Tour de France an den Deutschen Erik Zabel abtreten. Dafür ist er bester Jungprofi.

Der 23-jährige Bertogliati erreichte das Ziel der 174,5 km langen Flachetappe zeitgleich mit Spurtsieger Robbie McEwen aus Australien im Feld. Aber Zabel sammelte als Tageszweiter und in Sprintwertungen unterwegs so viele Zeitgutschriften, dass er das Gesamtklassement vor dem Mannschaftszeitfahren vom Mittwoch nun 8 Sekunden vor McEwen und 14 vor Bertogliati anführt.

Er habe erwartet, dass er das «Maillot jaune» in der 3. Etappe weiter reichen müsse, sagte Bertogliati. Es sei wie ein Traum gewesen, das wichtigste Rennen der Welt anzuführen. Als Trostpreis erhielt der Schweizer das weisse Trikot, welches den bestklassierten Fahrer unter 25 Jahren auszeichnet.

Mehr Erwartungsdruck

Der Ausblick Bertogliatis in die Zukunft fiel vage aus. «Vielleicht stehe ich als eine der Entdeckungen dieser Tour etwas vermehrt unter Druck. Aber damit werde ich schon zurecht kommen. Ich hoffe zunächst, dass ich genug Kraft für das Mannschaftszeitfahren übrig habe.» Bertogliatis Squadra Lampre schloss die Prüfung gegen die Uhr vor einem Jahr auf dem letzten Platz ab.

Während zwei Tagen hatte das schlagkräftige deutsche Team Telekom vergeblich versucht, Zabel als Gesamtersten zu etablieren. Zwei Tage nach seinem 32. Geburtstag schaffte es der Ostdeutsche doch noch, warnte aber schon vor dem Mannschaftszeitfahren: «Wir haben jetzt drei Tage so viel Kraft gelassen, dass es kaum möglich ist, am Mittwoch mit den Besten mitzuhalten.»

Schwieriger als im Vorjahr

Die erste Standortbestimmung für die Anwärter auf einen Spitzenrang im Gesamtklassement erfolgt mit dem Mannschaftszeitfahren über 67,5 km zwischen Epernay und Château- Thierry. Die kollektiven Prüfungen gegen die Uhr sind äusserst nahrhaft für die Fahrer und in der Regel nicht ganz fair, aber ein ansehnliches Spektakel.

Der diesjährige Parcours ist wegen der respektablen 6-km- Steigung (150 m Höhendifferenz) nach halbem Pensum schwerer einzustufen als im Vorjahr, als sich die französische Equipe Crédit Agricole im Regen vor den Spaniern von Once durchsetzte.

Die Zeit wird bei der Zielpassage des fünftklassierten Fahrers gestoppt. Wer den Anschluss verliert, erhält maximal sieben Minuten aufgebrummt. Der Kontrollschluss ist auf 25 Prozent über der Siegerzeit angesetzt.

swissinfo und sda

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