Diese Schweizer Familie will mit dem Segelboot für Umweltfragen sensibilisieren
Dario und Sabine haben die Schweiz vor 25 Jahren mit ihrem Segelboot verlassen und seitdem über 100 Länder bereist sowie sechs Kinder bekommen. Ihr Ziel: Sie wollen die höchsten Gipfel jedes Kontinents besteigen und junge Menschen für den Umweltschutz sensibilisieren.
Als Bergführer in den Schweizer Alpen wurde Dario Zeuge des Gletscherschmelzens und Zusammenbruchs von Bergmassiven, verursacht durch die globale Erwärmung.
Angesichts dieser alarmierenden Beobachtung beschlossen er und seine Frau Sabine, etwas zu unternehmen. Sie starteten die gemeinnützige Expedition«Top to TopExterner Link» auf ihrem Segelboot «Pachamama» (Mutter Erde in der Sprache der Inka).
Was ursprünglich für vier Jahre geplant war, entwickelte sich zu einer Expedition, die ein Vierteljahrhundert andauerte.
Die sechs Kinder des Paares – Salina, Andri, Noé, Alegra, Mia und Vital – kamen während ihrer Abenteuer in verschiedenen Ländern zur Welt.
Ein Auftrag in Bildung und Wissenschaft
Die Familie begnügt sich nicht mit dem Segeln. Dario hält Vorträge in Schulen auf der ganzen Welt, vom Kindergarten bis zur Universität.
Ihre Kinder beteiligen sich aktiv an dieser Mission, indem sie Präsentationen halten und mit den Schüler:innen Müll sammeln. Von 2001 bis 2018 haben sie zusammen mit Schulklassen 55 Tonnen Plastik gesammelt.
Ebenso beeindruckend ist ihr wissenschaftliches Engagement. Für verschiedene Universitäten nehmen sie Wasserproben in den entlegensten Regionen, besonders in der Arktis.
Ihre Entdeckungen geben Anlass zur Sorge: Noch nie haben sie so viel Plastik in der Nähe des Packeises gefunden.
Die Herausforderungen eines Familienlebens auf See
Das Leben zu acht auf einem 15 Meter langen Segelboot bringt viele Herausforderungen mit sich. Der verfügbare Platz ist auf etwa 20 Quadratmeter begrenzt, das Wasser ist rationiert und das Boot schaukelt ständig.
Auch die Bildung der Kinder beschäftigt Sabine sehr, und sie fragt sich regelmässig, ob sie die richtige Entscheidung getroffen haben.
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Im Lauf der Jahre äusserten die beiden älteren Kinder, Salina und Andri, den Wunsch, eine traditionellere Schulbildung in der Schweiz zu absolvieren.
Nachdem sie ein Stipendium der Stiftsschule Engelberg erhalten hatten, konnten sie das Schweizer Gymnasium besuchen. Die Trennung war für die ganze Familie schwierig, besonders für Sabine. «Es ist hart, sie gehen zu lassen, aber das ist ihr Weg», sagt sie.
Zwischen Land und Meer
Im Jahr 2017 schrammte das Projekt «Top to Top» knapp an einer Katastrophe vorbei. In Island riss ein Sturm das Boot von seinem Anlegeplatz.
Dreissig Rettungskräfte griffen ein. «Ich habe noch nie solche Wellen gesehen», sagt Dario. Das Segelboot wurde dabei schwer beschädigt.
Einige Höhepunkte der Reise sehen Sie in der FotogalerieExterner Link von RTS.
Nach diesem Sturm musste die Familie einen Winter in der Schweiz verbringen, bis das Segelboot repariert war. Eine ungewöhnliche Erfahrung.
Die Jüngeren entdeckten einen konventionelleren Lebensstil: regulärer Schulbesuch, Freund:innen, Aktivitäten. Salina schätzte es besonders, sich mich Gleichaltrigen auszutauschen.
Aber der Ruf des Ozeans bleibt stark. Für Dario und Sabine ist das Boot ihr wahres Zuhause, und die Klimamission von «Top to Top» hat für die Familie weiterhin Priorität. Sobald die Reparaturen abgeschlossen waren, stach die Familie wieder in See.
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Ein inspirierendes Engagement
Für Dario erfordert die Klimadringlichkeit, dass jüngere Generationen wieder eine Verbindung mit der Natur finden. «Man kann nicht zu Hause bleiben und einfach Animal Planet schauen», sagt er.
Ihre Expedition soll zeigen, dass es möglich ist, im Einklang mit der Umwelt zu leben, indem man mehrheitlich die Kraft der Natur und die eigenen Fähigkeiten nutzt.
Der Dokumentarfilm«L’océan est notre maison»Externer Link von Livia Vonaesch erzählt die Geschichte der Familie und ist auf Play RTS verfügbar.
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