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«Man wechselt vom Urlaubsmodus in den Dauerstress» – was Schweizer Touristen in den Golfstaaten berichten

Swiss-Flugzeug in Hangar
Die Swiss hat zahlreiche Flüge vorübergehend ausgesetzt. Keystone / Christian Beutler

Die Golfstaaten haben ihren Luftraum nach den Angriffen auf den Iran und den Vergeltungsmassnahmen der Islamischen Republik notfallmässig geschlossen. Auch viele Schweizer sitzen vorübergehend fest. Was sie erzählen.

Laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) befinden sich derzeit mindestens 1400 Schweizerinnen und Schweizer in der betroffenen Region auf Reisen. Der Touring Club Schweiz (TCS) schätzt die Zahl der derzeit im Ausland blockierten Schweizer sogar auf fast 1500 – hauptsächlich Reisende, deren Flüge annulliert wurden.

«Ehrlich gesagt sind wir super ängstlich, weil das eine Situation ist, die wir noch nie erlebt haben», erzählt eine Schweizerin, die mit ihrer Familie in Abu Dhabi Urlaub macht, gegenüber der RTS-Radiosendung Forum.

Am Samstag waren in der Nähe ihres Hotels Explosionen zu hören. «Man wechselt vom Urlaubsmodus in Dauerstress, weil man nicht weiss, was passieren wird oder was man tun soll… Niemand weiss es… absolut niemand“, fährt sie fort.

Raketenalarm mitten in der Nacht

Yasmine Yagchi sitzt ebenfalls in Abu Dhabi fest. Als sie gerade das Flugzeug besteigen wollte, erhielt sie eine Warnmeldung mit der Aufforderung, Schutz zu suchen. Im Interview mit der Nachrichtensendung 19h30 berichtet sie von den Schwierigkeiten, ihr Gepäck zurückzubekommen, und von ihrer Angst, als sie diese Nachricht mitten in der Nacht ein zweites Mal erhielt.

Der Freiburger Bénédict Sapin lebt in Dubai. Er versucht ruhig zu bleiben, während seine Familie zu Besuch ist und der Flughafen – der meistfrequentierte der Welt – von einer Rakete ins Visier genommen wurde. «Raketen über dem Kopf explodieren zu sehen, ist immer beeindruckend», schildert er im 19h30. Er ergänzt aber: «Wir fühlen uns nicht besonders in Gefahr.»

Über 1000 Flüge gestrichen

Laut dem Luftfahrt-Spezialisten Cirium wurden am Sonntag mehr als 1500 Flüge in den Nahen Osten gestrichen, was 40 % des geplanten Flugverkehrs entspricht. Am stärksten betroffen sind die Fluggesellschaften Emirates (Dubai), Qatar Airways (Doha) und Etihad Airways (Abu Dhabi).

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Zahlreiche andere Fluggesellschaften haben ebenfalls angekündigt, ihre Flüge in die Region für mehrere Tage einzustellen. Die Swiss hat die Aussetzung ihrer Flüge nach Dubai und Tel Aviv bereits verlängert: Die Verbindungen nach Dubai sind vorerst bis einschliesslich Mittwoch, den 4. März, unterbrochen, jene nach Tel Aviv bis einschliesslich Sonntag, den 8. März.

Diese Massnahmen betreffen auch die Flugrouten. Bis zum 4. März werden Swiss-Maschinen den Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate nicht nutzen. Bis zum 8. März meidet die Airline zudem den Luftraum von Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Iran, Kuwait und Bahrain.

Die Fluggesellschaft, die zur Lufthansa-Gruppe gehört, gab bekannt, dass sie den Passagieren eine Rückerstattung oder eine kostenlose Umbuchung auf ein späteres Datum anbietet.

Schweizer Staatsangehörige sind aufgerufen, den Anweisungen der lokalen Behörden zu folgen und direkt ihre Fluggesellschaft oder ihr Reisebüro zu kontaktieren. Zudem wird empfohlen, sich auf der App Travel Admin zu registrieren.

Die Helpline des EDA ist rund um die Uhr erreichbar unter +41 800 24 7 365 / +41 58 465 33 33 oder per E-Mail an helpline@eda.admin.ch.

Einige im Nahen Osten festsitzende Schweizer gaben gegenüber RTS an, dass die Leitung am Samstag überlastet war; der Bund hat jedoch mitgeteilt, dass die Kapazitäten der Helpline seither verstärkt wurden.

Das EDA hat zudem seine Reisehinweise für den Nahen Osten ausgeweitet. Es rät nun von touristischen und nicht dringenden Reisen nach Bahrain, Jordanien, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate ab.

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