Ein Viertel der Schweizer Ärztinnen und Ärzte ist über 60 Jahre alt
Die Verbindung Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH weist in ihrer Ärztestatistik auf einen drohenden Fachkräftemangel hin. Ein Viertel der Ärztinnen und Ärzte ist über 60 Jahre alt und steht damit kurz vor ihrem Pensionsalter, wie die FMH am Mittwoch mitteilte.
(Keystone-SDA) Zwar seien 2025 rund 5 Prozent mehr Ärztinnen und Ärzte berufstätig gewesen als im Jahr zuvor, heisst es in der Mitteilung zur Ärztestatistik. Die Zahl von 44’612 Medizinerinnen und Medizinern genüge aber nicht, um mit der demografischen Entwicklung, namentlich mit dem wachsenden Durchschnittsalter in der Bevölkerung, Schritt halten zu können.
Das Durchschnittsalter der Ärztinnen und Ärzte beträgt gemäss Mitteilung 50 Jahre. Ein Viertel sei 60 Jahre alt oder älter. «Damit rückt eine grosse Pensionierungswelle näher», mahnt die FMH.
Abermals gestiegen sei der Anteil der Ärzteschaft, die ihr Medizinstudium im Ausland absolviert habe. Insgesamt verfügten mittlerweile rund 75 Prozent der Ärzte, die im vergangenen Jahr in das Gesundheitssystem eingetreten sind, über einen im Ausland erworbenen Abschluss, «eine Zahl, die in den letzten Jahren stetig gestiegen ist», so die FMH gegenüber Keystone-SDA. Die meisten hätten ihr Studium in Deutschland, Italien, Frankreich oder Österreich absolviert.
Deren Anteil betrage mittlerweile 43 Prozent an der gesamten Ärzteschaft. Die Schweiz sei also nach wie vor weit davon entfernt, ihren Nachwuchsbedarf aus eigener Kraft zu decken.
Mangelnde Grundversorgung
Das hat gemäss Mitteilung negative Auswirkungen auf die Grundversorgung durch Hausarztpraxen. Diese sei mit 0,9 Vollzeitäquivalenten pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner niedrig. Ein Drittel der Hausarztpraxen könne keine neuen Patientinnen und Patienten mehr annehmen.
Am fehlenden Interesse liegt dies laut FMH nicht. Ärztinnen und Ärzte mit einer Facharztweiterbildung würden nicht vor Grundversorgungsdisziplinen zurückschrecken, während Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland überproportional in Spezialgebieten tätig seien, wo sie aber auch benötigt würden.
Die FMH sieht sich somit in ihrer Forderung nach mehr Studienplätzen in der Humanmedizin bestätigt. Zudem fordert sie im Hinblick auf die Ambulantisierung mehr Aus- und Weiterbildungsplätze. Und schliesslich setzt sie sich für bessere Arbeitsbedingungen ein, um Ärztinnen und Ärzte im Beruf halten zu können.