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Erdgipfel: Schweiz hofft weiter

Ein indonesischer Künstler ruft zum Boykott des Erdgipfels in Bali auf.

(Keystone)

Die vierte Vorbereitungskonferenz für den UNO-Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung hat keinen Durchbruch gebracht. Die Schweiz hat noch nicht ganz aufgegeben.

Der Schweizer Delegationsleiter hofft, dass an der Gipfelkonferenz Ende August in Johannesburg doch noch ein Kompromiss gefunden wird. Die Bilanz der Vorbereitungskonferenz auf der indonesischen Insel Bali sei für ihn nur ein "halber Misserfolg", sagte Serge Chappatte, Vize-Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), am Samstag in einem Telefongespräch aus Indonesien.

Die Schweizer Nicht-Regierungsorganisationen (NGO), die ebenfalls an den Beratungen auf Bali teilgenommen hatten, zeigten sich ihrerseits sehr enttäuscht. Das Treffen habe kein konkretes Ergebnis gebracht. Auch die UNO musste eingestehen, dass die Beratungen nicht zum Ziel geführt hatten.

Mit wenig zufrieden sein

Serge Chappatte bezeichnete den am Widerstand der USA und der G-77 gescheiterten Kompromiss in den wichtigen Dossiers wie Handels- und Finanzfragen als Enttäuschung. Der Rest des Aktionsprogramms sei aber "bereinigt" worden.

Wie die Europäische Union wünsche auch die Schweiz einen soliden Aktionsplan, um die 1992 beim UNO-Erdgipfel in Rio de Janeiro verabschiedete Agenda 21 in die Tat umzusetzen. Das Dokument, das am Erdgipfel Ende August in Johannesburg verabschiedet werden soll, zielt auf nachhaltige Entwicklung.

Wenn man aber die momentanen Kräfteverhältnisse berücksichtige, müsse man zufrieden sein, den "kleinsten gemeinschaftlichen Nenner" zu finden, sagte Serge Chappatte weiter.

Vorbild Doha

In Finanz- und Handelsfragen könne sich die internationale Gemeinschaft am Vorbild der WTO-Ministerkonfernz von Doha und am Entwicklungsgipfel von Monterrey (Mexiko) orientieren. Damit könnte man aus der blockierten Situation herausfinden und das Thema "nachhaltige Entwicklung" auch effektiv angehen.

Bankrott-Erklärung

Die Schweizer Hilfswerke hatten das magere Ergebnis von Bali als Bankrotterklärung gewertet. Es fehle der politische Wille, sich auf ein gemeinsames Programm und auf verbindliche Verpflichtungen zu einigen, hatte Rosmarie Bär von der Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Hilfswerke am Freitag erklärt.

Wasser-Konvention in weiter Ferne

Doch Chapatte hatte aus Sicht der offiziellen Schweiz auch Erfreuliches zu berichten. Die Annahme des Kapitels über den Schutz und die Entwicklung von Bergregionen bezeichnete er als "totalen Erfolg".

Keine Chance hatte das andere Postulat der Schweizer Entwicklungspolitik, die Koordination der Wasserprogramme. Hier brachte Bali keinen Durchbruch.

Eine Wasser-Konvention bleibt nach Angaben von Chapatte für die Schweizer Regierung trotzdem ein langfristiges Ziel. Noch habe man aber die Partner für dieses Thema nicht genügend erwärmen können, bedauerte der DEZA-Vize.

swissinfo und Agenturen


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