ABB steigert Gewinn um 16 Prozent
Der weltweit tätige Technologiekonzern ABB hat den Gewinn im ersten Halbjahr 2000 um 16 Prozent auf 970 Millionen Dollar gesteigert. Die Resultatverbesserung kam trotz rückläufigem Umsatz zustande.
Für das ganze Jahr erwartet ABB steigende Zahlen bei Umsatz und Gewinn.
Mit dem Halbjahresergebnis hat ABB Schätzungen von Schweizer Analysten übertroffen. Diese lagen beim Gewinn zwischen 815 und 821 Mio. Dollar. Der Bestellungseingang stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 6 Prozent auf 13,447 Mrd. Dollar an, wie der Technologiekonzern am Donnerstag (20.07.) bekanntgab.
Hingegen sank der Umsatz um 6 Prozent auf 10,76 Mrd. Dollar. Währungsbereinigt konnte jedoch ein leichtes Umsatzplus von einem Prozent verzeichnet werden. Wegen des starken Dollars würden die Zahlen des Konzerns in den jeweiligen Landeswährungen deutlich höher liegen, teilte ABB mit.
Alternativenergie statt Grosskraftwerke
ABB-Konzernchef Göran Lindahl geht gemäss Communiqué davon aus, dass sich die Gewinnsituation in der zweiten Jahreshälfte weiterverbessern sollte. Der Reingewinn soll deutlich über den Resultaten des Vorjahres liegen. Am durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 6 bis 7 Prozent werde festgehalten.
Für das gute Resultat seien die Umstrukturierung des Konzerns und die Steigerung der Kosteneffizienz massgeblich verantwortlich, sagte Lindahl weiter. So trennte sich ABB endgültig vom klassischen Grosskraftwerksbau und der Nukleartechnik, lancierte aber im Juni einen neuen Bereich Alternativenergien. Die Ausrichtung auf wissensbasierte Geschäftsbereiche und die Führerschaft im Technologiebereich schaffe Mehrwert für die Aktionäre, liess Lindahl verlauten.
Der Umsatzrückgang sei vor allem auf den schwachen Auftragseingang bei der Sparte Öl, Gas und Petrochemie im vergangenen Jahr zurückzuführen. Im laufenden Jahr sei das Auftragsvolumen in dieserSparte aber bereits um 40 Prozent auf rund 2 Mrd. Fr. gewachsen.
Kapitalgewinn dank Veräusserungen
Die Betriebsmarge sei dank der zunehmenden Verlagerung auf wissens- und servicebasierte Geschäfte und der weitergeführten Kostenreduktion von 8,7 auf 9,6 Prozent gestiegen. Der betriebliche Cash-Flow stieg um 46 Prozent auf 413 Mio. Dollar. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich auf 34,4 (30,8) Prozent.
Die Trennung von der Sparte Stromerzeugung (Verkauf des Nukleargeschäftes an BNFL und des Grosskraftwerkbaus an Alstom) sei im zweiten Quartal 2000 endgültig vollzogen worden. Dabei wird für das 1. Semester 2000 ein Reingewinn von 313 (244) Mio. Fr. ausgewiesen.
swissinfo und Agenturen
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