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Altlasten

Keystone

Nach der Genfer ist auch die Waadtländer Kantonalbank (BCV) von Altlasten aus dem Kreditgeschäft eingeholt worden. Rückstellungen in Millionenhöhe sind die Folge.

Die BCV-Spitze gab am Dienstag diesen Rückstellungsbedarf in Milliardenhöhe bekannt. Dazu die Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung. Für 2001 wird ein Verlust von 390 Mio. Franken erwartet.

Die Waadtländer Kantonalbank präsentierte die Resultate einer Studie der Revisionsgesellschaft Arthur Andersen, welche die Bank auf Drängen der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) in Auftrag gegeben hatte. Sie kommt zum Schluss, dass die Wertberichtigungs- und Rückstellungsmethoden der BCV im Kreditgeschäft nicht angemessen sind.

Die Rückstellungen müssten deshalb massiv auf 1,7 Mrd. Franken aufgestockt werden, gab die Bankspitze bekannt. Im Einvernehmen mit der EBK beschloss die Bank, 1,125 Mrd. Franken der Position Werberichtigungen, Rückstellungen und Verluste zuzuweisen.

Davon werden 240 Mio. Franken dem Bruttogewinn 2001 belastet. Die restlichen 885 Mio. Franken werden durch Auflösung eines Teils der freien und gesetzlichen Reserven in der Höhe von 685 Mio. Franken gedeckt. In der Jahresrechnung 2001 wird schliesslich ein Reinverlust von 390 Mio. Franken resultieren.

Steuerzahler zur Kasse gebeten

Danach werde die Eigenmitteldecke nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen genügen, sagt die Bank. Die Lücke beträgt rund 500 Mio. Franken. Um die Weiterführung der Geschäfte zu ermöglichen, soll das Kapital nächstes Jahr um 600 Mio. Franken aufgestockt werden.

Verhandlungen mit einer grossen, international tätigen Bank seien im Gang, hiess es. Die Kantonsregierung habe grundsätzlich zugesagt, sich im Rahmen ihrer Beteiligung von 51% oder knapp 300 Mio. Franken an der Kapitalerhöhung zu beteiligen.

Die Waadtländer Stimmberechtigten hatten am vergangenen 23. September eine Revision des Kantonalbanken-Gesetzes abgelehnt, mit welcher der Kanton die Möglichkeit erhalten hätte, seinen Anteil an der Bank auf einen Drittel zu senken. Die BVC ist hinter der Zürcher Kantonalbank die zweitgrösste Staatsbank und die viertgrösste Bank der Schweiz.

Kanton zahlt

Der Chef des kantonalen Finanz-Departements, Staatsrat Charles Favre, wurde im Parlament des Kantons Waadt mit unbequemen Fragen konfrontiert. Denn, um den Anteil von 300 Mio. Franken beizutragen, muss der Kanton Waadt an den Kapitalmarkt.

Favre sagte, dass die Volksabstimmung respektiert werde und dass man sich mit 51% an den 600 Mio. Franken Kapitalerhöhung beteiligen werde.

Die Parlamentsabgeordneten verlangen eine Klärung der Verantwortlichkeiten und eine Offenlegung der gefährdeten Kredite.

swissinfo und Agenturen

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