Bis 2050 ein Fünftel des Stroms aus Sonne und Wind möglich
Platzmangel macht es in der Schweiz schwierig, in grossem Stil erneuerbare Energien zu nutzen. Dennoch glauben Fachleute, bis ins Jahr 2050 15 - 20 Prozent des Strombedarfs aus Sonne und Wind produzieren zu können.
Platzmangel macht es in der Schweiz schwierig, in grossem Stil erneuerbare Energien zu nutzen. Dennoch glauben Fachleute, bis ins Jahr 2050 15 – 20 Prozent des Strombedarfs aus Sonne und Wind produzieren zu können.
Gewaltiger Raumbedarf
Vielfach würden erneuerbare Energien mit der Produktion von Wasser- oder Atomstrom verglichen, erklärte der Präsident der Westschweizer Stiftung für Energie, Patrick Léonard. Allerdings müsse man davon ausgehen, dass beispielsweise 8’000 grosse Windkraftwerke oder 15’000 Solaranlagen des Typs Mont-Soleil nötig wären, um dieselbe Menge Strom zu produzieren wie das Kernkraftwerk Gösgen. Eine derartige Anlage würde eine Fläche von 300 bis 500 Quadratkilometern belegen. Der Leiter des Photovoltaikprogramms des Bundesamtes für Energie (BFE), Stefan Nowak, bestätigte diese Zahlen und betonte, wegen der Kleinheit des Landes seien die Möglichkeiten begrenzt. Es komme nicht in Frage Naturräume als Standorte zu wählen. Zudem wehren sich immer wieder Anwohner gegen geplante Anlagen. So verhinderte im vergangenen August die Bevölkerung des waadtländischen Sainte-Croix den Bau von drei grossen Windturbinen auf ihrem Territorium.
Grosses Potential auf den Dächern
Hingegen verfügt die Schweiz nach Novak über genügend bebaute Flächen, die mit Solarpanels bestückt werden könnten, namentlich Dächer und Fassaden von Gebäuden oder auch Strassen und Bahnlinien. Bei einer Erhebung des BFE in Zürich ergab sich eine Fläche von fünf Quadratkilometern, welche mit Solaranlagen bestückt werden könnte. Insgesamt könnten damit 0,4 Terawatt-Stunden (Milliarden Kilowatt/Stunde) produziert werden, was 16 Prozent des Strombedarfs der Stadt Zürich entspricht. Novak ist überzeugt, dass ein wesentlicher Teil dieses Potentials in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren ausgeschöpft werden kann.
Für die Windenergie wurden die potentiellen Standorte von der Vereinigung zur Förderung der Windenergie «Suisse-Eole» erfasst. Demnach könnten 3,5 Prozent des Stromverbrauchs gedeckt werden. Allerdings wären dafür 1’800 Windkraftwerke nötig. Für 2010 schlägt die Vereinigung ein bescheideneres Ziel vor: Die Inbetriebnahme von fünf bis zehn Parks mit je fünf bis sieben Windgeneratoren. Damit könnten 15’000 Haushalte mit Elektrizität versorgt werden.
SRI und Agenturen
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