Calida mit 10 Millionen Verlust
Die Wäsche-Herstellerin weist für das vergangene Jahr einen noch grösseren Verlust aus als angekündigt. Calida betrachtet 2000 als "Jahr der Bereinigung von Altlasten".
Die Wäscheherstellerin Calida bleibt nach einem weiteren turbulenten Geschäftsjahr in den roten Zahlen. Wie das Unternehmen am Mittwoch (04.04.) mitteilte, summierte sich der Jahresverlust auf 10,1 Mio. Franken.
Calida habe das Geschäftsjahr 2000 zur gründlichen Bereinigung von Altlasten genutzt, sagte Verwaltungsrats-Präsident Thomas Lustenberger in Zürich. Der Gesamtverlust fiel drei Mal so hoch aus wie noch im vergangenen Februar angekündigt: Mit dem Übergang zur neuen Rechnungslegung nach IAS-Grundsätzen nahm das Unternehmen zusätzliche Rückstellungen in der Höhe von sieben Millionen vor. Im Vorjahr hatte sich der Verlust beim Wäschehersteller noch auf 2,5 Mio. Franken belaufen.
Auch umsatzmässig sei das Geschäftsjahr 2000 mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent auf 200,2 Mio. Franken unter den Erwartungen geblieben, hiess es. Hier sei die Entwicklung durch ein unter den Erwartungen gebliebenes Weihnachtsgeschäft und durch negative Währungseinflüsse beeinträchtigt worden.
Ziel: Innert dreier Jahre wieder fit
Im März hatte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Dietmar Wolf, seinen Platz wegen Differenzen bei der Unternehmensführung räumen müssen. Mit ihm trat auch der Chef Marketing und Vertrieb, Kurt Hochstrasser, zurück. Wolf war erst vor einem Jahr im Zuge einer umfassenden Erneuerung der Calida-Führungsspitze in die Geschäftsleitung berufen worden, nachdem der führende Schweizer Wäschehersteller 1999 in die roten Zahlen geschlittert war.
Das Ziel der neuen Führung bei Calida sei Wachstum, sagte Lustenberger. Innerhalb von drei Jahren soll der Wäschehersteller wieder in eine solide Ertragssituation geführt werden. Im Zuge einer den geänderten Marktverhältnissen angepassten und aggressiveren Unternehmensstrategie seien bereits auf der Produktionsseite die Prozesse vereinfacht und die Effizienz gesteigert worden.
Ein weiteres Ziel sei die Senkung der Herstellungskosten. Die Kernmärkte Schweiz und Deutschland würden weiterentwickelt, während in Frankreich und Italien innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre die Zahl der Calida-Shops von heute 60 auf rund 100 erhöht werden soll.
Das Umsatzwachstum von neun Prozent im ersten Quartal 2001 deute darauf hin, dass die eingeleiteten Massnahmen zu greifen beginnen.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch