Der Bund steht mit 108 Milliarden in der Kreide
Die Bruttoschulden der Schweiz haben Ende Dezember 108,1 Mrd. Franken erreicht. Sie nahmen um 6 Mrd. Franken zu - trotz des ausgezeichneten Ergebnisses der Staatsrechnung 2000. Diese schliesst mit 4,552 Mrd. Überschuss statt einem budgetierten Defizit von 1,8 Mrd.
Die Eckdaten der Staatsrechnung 2000 hatte Bundesrat Kaspar Villiger am 14. Februar 2001 bekannt gegeben, am Freitag (20.04.) wurde die Botschaft veröffentlicht. Es liegt sowohl in absoluten Beträgen als auch in Prozenten des Bruttoinlandproduktes (BIP) der höchste Überschuss der letzten 30 Jahre vor.
Das Ergebnis war um 6,39 Mrd. besser als erwartet. Es ist fast ausschliesslich auf Mehreinnahmen zurückzuführen, da die Ausgaben ziemlich genau dem veranschlagten Wert entsprachen. Verantwortlich macht das Finanzdepartement in einem Communiqué vom Freitag hauptsächlich die ausgezeichnete Wirtschaftslage.
Über ein Viertel des BIP
Trotz des Überschusses stieg die Bruttoschuld um weitere 6 auf über 108 Mrd. Das entspricht einem Anteil von 26,5 % am BIP. Die Zunahme wird darauf zurückgeführt, dass der Bundesanteil (6,8 Mrd.) am Fehlbetrag der Pensionskasse des Bundes nun unter den Schulden des Bundes aufgeführt wird und nicht mehr unter den Ordnungskonten.
Ausserdem wurde die Restverpflichtung aus der Übernahme der Deckungslücke der Personal- und Hilflosenkasse SBB (3,5 Mrd.) ebenso unter den Schulden bilanziert. Zudem waren die ausserhalb der Rechnung erfassten Tresorerie-Darlehen und Vorschüsse an den Fonds für Eisenbahn-Grossprojekte (0,8 Mrd.) zu finanzieren.
Der erfreuliche Rechnungsabschluss 2000 hat zur Folge, dass im Gegensatz dazu der Bilanzfehlbetrag wieder reduziert werden konnte. Von 72 Mrd. Ende 1999 sank er auf 70,4 Mrd. Franken Ende 2000. Dies entspricht dem Eineinhalbfachen einer Jahresausgabe.
swissinfo und Agenturen
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