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Erfinder des ILOVEYOU-Computervirus wahrscheinlich gefunden

Ein deutscher Austauschstudent in Australien hat nach Ansicht eines schwedischen Computerexperten den Computervirus ILOVEYOU in Umlauf gebracht, der in den vergangenen Tagen auch in der Schweiz Millionenschäden anrichtete.

Der Computerexperte Fredrik Björck, der der amerikanischen Bundespolizei FBI im vergangenen Jahr bei der Rückverfolgung des Virus Melissa half, erklärte am Freitagabend (05.05.), er sei sicher, den Erfinder ausgemacht zu haben.
Der Verdächtige habe Spuren in Newsgroups hinterlassen, erklärte Björck. Der Virus sei zwar von den Philippinen aus aktiviert worden, aber es sei nicht sicher, dass der mutmassliche Erfinder dort selbst gewesen sei.

Die Verbreitung des als Liebesbrief getarnten Computervirus verlangsamte sich in den Tagen nach seinem ersten Auftreten deutlich. Der Präsident der Sicherheitsabteilung des US-Unternehmens Network Associates, Gene Hodges, erklärte, bis Freitagmorgen hätten die meisten Unternehmen den Virus entfernt. Er zirkuliere jedoch immer noch in privaten E-Mail-Accounts.

Insgesamt tauchten sieben neue Versionen des Schädlingsprogramms auf, die sich ähnlich lawinenartig verbreiteten wie das Original. Die amerikanische Bundesbehörde FBI wollte nicht spekulieren, ob die Varianten von Nachahmern oder von dem eigentlichen Erfinder stammten.

Eine der häufigsten neuen Spielarten des Virus ist der so genannte «Muttertags-Wurm», bei dem unter anderem in der Betreffzeile des E-Mails die Bestellung eines Muttertagsgeschenkes bestätigt wird. Andere Variationen waren als «JOKE» oder als andere angeblich scherzhafte E-Mails (Very Funny) getarnt.

Von dem Virus und seinen Spielarten waren insgesamt 600’000 Computer in über 20 Ländern Asiens, Europas und Nordamerikas infiziert. 45 Millionen Nutzer erhielten E-Mails mit dem Virus. Schätzungen über Schäden gingen bis zu zehn Milliarden Dollar. Hodges sprach von dem schädlichsten Virus und weitest verbreiteten Internet-Wurm, den es je gegeben habe.

Der Virus hat seit Donnerstag auf der ganzen Welt Tausende Computersysteme von Behörden, Unternehmen und Privatanwendern lahm gelegt. Das Schädlingsprogramm gelangte über E-Mails mit der Betreffzeile «ILOVEYOU» auf die Rechner mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows. Dort verändert es die zentrale Systemregistrierung, löscht Dateien auf der Festplatte und verbreitet sich automatisch weiter an die Adressen, die im E-Mail-Programm Outlook gespeichert sind.

swissinfo und Agenturen

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