Erfolgreicher Tiermehl-Export
Eineneue Export-Möglichkeit schafft Abhilfe bei den inländischen Entsorgungs-Engpässen von Knochenmehl. 10'000 Tonnen können dank einer weiteren Bewilligung zur Verbrennung nach Deutschland exportiert werden.
Die entsprechenden Zustimmungen der deutschen und schweizerischen Behörden für den Export liegen vor, teilte das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landwirtschaft (BUWAL) am Mittwoch (25.07.) mit.
Für die 20’000 Tonnen Knochenmehl, die pro Jahr in der Schweiz anfallen, sind laut BUWAL in der Schweiz nicht genügend Anlagen vorhanden. Inländische Zementwerke eignen sich für die Verbrennung von Knochenmehl wegen des hohen Phosphorgehaltes nur beschränkt, da Phosphor die Qualität des Zementes beeinträchtigt.
In der Vergangenheit wurden bereits 6’000 Tonnen Knochenmehl in eine Sonderabfall-Verbrennungsanlage nach Herten (D) exportiert. Die neu bewilligten 10’000 Tonnen sollen in einem Kohle-Heizkraftwerk im deutschen Herne verbrannt werden.
Laut BUWAL ist damit eine umweltverträgliche Entsorgung sichergestellt. Die beiden Export-Bewilligungen gelten bis Ende Dezember 2001. Eine Bewilligung für einen dritten Betrieb ist noch ausstehend.
200’000 Tonnen im Jahr
Pro Jahr fallen in der Schweiz rund 200’000 Tonnen Schlachtabfälle an. Daraus entstehen 45’000 Tonnen Fleischmehl, 20’000 Knochenmehl und 20’000 Tonnen Extraktionsfett. Zur Bekämpfung von BSE hat der Bundesrat Ende 2000 verschiedene Massnahmen verabschiedet.
So wurde insbesondere die Verfütterung von Fleisch-, Fleischknochen- und Blutmehl an alle Nutztiere verboten. Fortan musste das bis dahin hauptsächlich als Futtermittel eingesetzte Fleisch- und Knochenmehl als Abfall verbrannt werden.
Die meisten Abfälle können – mit Ausnahme des Knochenmehls – im Inland entsorgt werden. Abnehmer sind vor allem Zementwerke, die Tiermehl als Ersatzbrennstoff einsetzten. Hohe Temperaturen sorgen laut BUWAL bei der Verbrennung für die vollständige Zerstörung der BSE-Erreger.
swissinfo und Agenturen
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