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Galenica kann in Zukunft selber Apotheken betreiben

Die Schweizer Pharma-Grosshandelsfirma Galenica kann künftig selbst Apotheken erwerben und betreiben. Zudem bringt sie ihr gesamtes Aktienkapital an die Börse. Die Apotheker verlieren dadurch ihre Privilegien.

Die Schweizer Pharma-Grosshandelsfirma Galenica kann künftig selbst Apotheken erwerben und betreiben. Zudem bringt sie ihr gesamtes Aktienkapital an die Börse. Die Apotheker verlieren dadurch ihre Privilegien.

An einer ausserordentlichen Generalversammlung in Granges-Paccot (FR) haben die Aktionäre am Donnerstag (16.12.) alle Statutenänderungen abgesegnet. Damit kann sich Galenica weiter diversifizieren und “ins nächste Jahrtausend aufbrechen” – wie es auf einer Broschüre heisst, die den Aktionären die Änderungen schmackhaft machen sollte.

Statutenänderungen

Die Statutenänderungen waren allerdings nicht unumstritten: “Galenica spaltet die Apothekerschaft”, sagte Alfred Richter, Präsident der Interessengemeinschaft Apotheker, vor den 354 im Forum Freiburg versammelten Aktionären. “Es ist nicht nötig, dass sich Galenica in unsere Sparte einmischt”, hiess es aus dem Mund zahlreicher Rednerinnen und Redner.

Denn neben den bisherigen Aktivitäten Vertrieb, Logistik und Pharma International will das Unternehmen seine Zusammenarbeit mit den Apotheken ausbauen – bis hin zur Übernahme. Dabei arbeitet es mit seinen internationalen Partnern, der britischen Alliance UniChem und der US-Firma Medicine Shoppe International, zusammen.

“Wir müssen stark sein, um nicht Spielball anderer zu werden”, verteidigte der Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates, Etienne Jornod, die Strategie. Grossisten, die nur an Apotheken verteilten, verschwänden. “Es ist die Geschichte der zehn kleinen Negerlein.”

Zur Strategie von Galenica gehört aber auch der Börsengang: Bisher waren nur die Namenaktien B an der Börse kotiert, nicht aber die vorzugsweise den Apothekern vorbehaltenen vinkulierten Namenaktien A.

Bedrohung aus den USA

Eine schwache Galenica werde untergehen, betonte Jornod nach den zahlreichen Voten, die sich über mehr als zwei Stunden hinzogen, nochmals. Die US-Ketten würden kommen, drohte er. “Galenica ist nicht eine Bedrohung für die Apotheken, sondern eine Unterstützung.”

Bisher setzte sich das Aktienkapital der Galenica von 32,5 Millionen Franken wie folgt zusammen: Auf die an der Börse kotierten 450’000 B-Namenaktien (Nennwert 50 Fr.) entfielen 31 Prozent der Stimmen. Die Stimmenmehrheit von 69 Prozent wurde über eine Million vinkulierter A-Namenaktien (Nennwert 10 Fr.) von Apothekern, Apothekervereinigungen, Partnern, Vorsorgeeinrichtungen der Gruppe sowie von Mitarbeitern gehalten.

SRI und Agenturen

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