Gegen Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt
Ausländische Arbeitnehmer leiden besonders stark unter den Folgen der Wirtschaftskrise. Oft seien sie die ersten, die entlassen würden, kritisiert der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB).
Bei Migrantinnen und Migranten betrage die Arbeitslosenquote aktuell 6,6%, bei Schweizern nur 2,6%, sagte Vania Alleva, Vizepräsidentin des SGB, vor den Medien in Bern.
Grund dafür sei nicht nur das tiefere Bildungsniveau sowie der hohe Ausländeranteil in gewissen krisenanfälligen Branchen, sondern auch Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt.
Um die Diskriminierung bei der Stellen- oder Lehrstellensuche zu beseitigen, fordert der SGB die Einführung anonymisierter Bewerbung in der öffentlichen Verwaltung und in grossen Unternehmen.
Der Gewerkschaftsbund schlägt zudem vor, das Diplom-Anerkennungssystem zu überprüfen. Zudem prangert er die ungleiche Lohnverteilung an: «Die Lohneinbusse ist umso grösser, je unsicherer der Aufenthaltsstatus ist», schreibt der SGB. Er fordert die Aufnahme von Anti-Diskriminierungsklauseln in die Gesamtarbeitsverträge.
Laut Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, gibt es keine erwiesenen Anhaltspunkte für eine Diskriminierung von Ausländern auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt.
«Ein Arbeitgeber achtet auf Qualifikationen und andere Fähigkeiten, wie Sprachkenntnisse. Wenn ein Ausländer solche vorweist, wird er nicht diskriminiert.»
swissinfo.ch und Agenturen
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