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Härtere Zeiten für Mieter und Hausbesitzer

Hypotheken werden teurer, sagt SNB-General-Direktor Gehrig. Keystone

Schlechte Nachrichten für Eigenheim-Besitzer: Laut Nationalbank-Generaldirektor Bruno Gehrig werden die Hypotheken noch teurer werden. Im E-Banking sieht Gehrig die grösste Herausforderung für die Banken, und erwartet da auch Verlierer.

Vor der Swiss Banking School in Zürich sagte Gehrig am Dienstag (26.09.), dass verschiedene Banken zunehmend Mühe hätten, ihr Kreditgeschäft zu refinanzieren. Heute bestehe eine Finanzierungslücke von durchschnittlich zehn Prozent, während vor 15 Jahren das Hypothekargeschäft im Mittel noch zu 120 Prozent mit Spargeldern finanziert worden sei.

Als Konsequenz daraus würden Hypotheken in der Schweiz generell teurer werden. Die Banken würden in Zukunft einen Abbau der hohen hypothekarischen Verschuldung anstreben. Diese ist im internationalen Vergleich sehr hoch. Zudem könnte die gegenwärtig diskutierte Steuerreform mit gleichzeitiger Abschaffung von Eigenmietwert und Abzugsfähigkeit von Hypothekarzinsen den Konflikt zwischen Banken und Schuldnern wirksam entschärfen.

Herausforderung E-Banking

In einer Bilanz über den Strukturwandel der Schweizer Bankwirtschaft stellte Gehrig dem Finanzplatz Schweiz ein gutes Zeugnis aus: Echte Zusammenbrüche seien praktisch ausgeblieben, und auch Erschütterungen der Realwirtschaft oder staatliche Rettungsaktionen seien vermieden worden.

Nicht unproblematisch seien aber die beiden Grossbanken-Konzerne, die fast zwei Drittel des Bankensystems ausmachen. Trotzdem müssten auch Länder mit geringerer Banken-Konzentration, wie Deutschland oder die USA, einen Konzentrationschub gewärtigen.

Gehrig sieht im E-Banking die grösste Herausforderung der Nachkriegszeit für die hergebrachte Bankenstruktur. Das Internet werde das Bankgeschäft
längerfristig grundsätzlich umkrempeln, sagte der SNB-Generaldirektor und warnte davor, das E-Banking nur als lästige Begleiterscheinung oder als zusätzlichen Vertriebskanal zu betrachten.

Realistischerweise sei zu erwarten, dass einzelne Banken zu den
grossen Gewinnern im E-Banking gehören würden. Viele andere dürften
aber nie auf ihre Kosten kommen, sagte Gehrig weiter.

swissinfo und Agenturen

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