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IWF- und Weltbank-Tagung: Villiger fordert mehr Transparenz

Die Schweiz setzt sich für mehr Transparenz ein, um Risiken zu verkleinern, die aus der Globalisierung erwachsen. Dies sagte Bundesrat Kaspar Villiger am Mittwoch (27.09.) in seiner Rede an der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Prag.

„Obwohl die Globalisierung grossartige Möglichkeiten zu schaffen hilft, öffnet sie auch die Tür für neue Risiken. Diese reichen von finanzieller Instabilität bis zur Übertragung von Krankheiten“, sagte der Leiter der Schweizer Delegation. Durch die Finanzkrise von 1998 seien in gewissen Ländern innerhalb kurzer Zeit die über Jahre erzielten Fortschritte ausgelöscht worden.

Globales Handeln sei ein Muss, wobei dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank ein immer anspruchsvolleres Mandat zukomme. Um dieses zu erfüllen, müssten IWF und Weltbank enger zusammenarbeiten und sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, forderte Villiger.

Reform der IWF-Kreditinstrumente

Bessere Daten und eine transparentere Politik seien wichtig, um die Erwartungen der Märkte zu glätten. Auf beiden Gebieten hätten Weltbank und IWF bedeutende Fortschritte erzielt, sagte Villiger. Der Währungsfonds habe sich mehr auf die Aussenverschuldung und das internationale Währungsreservenmanagement konzentriert.

Die Reform der IWF-Kreditinstrumente (EFF, CCL) soll die Prävention gegen Finanzkrisen stärken und sicherzustellen, dass im Falle einer Krise genügend Mittel vorhanden sind, wie der Bundesrat sagte. Zur Lösung von Finanzkrisen müsse auch der private Finanzsektor beigezogen werden.

Zudem sollten sich nicht nur die Schwellen- und Transitionsländer, sondern alle grösseren Finanzzentren dem Financial Sector Assessment Programm (FSAP) unterziehen, mit dem der IWF Quellen möglicher Instabilität bei den einzelnen Ländern frühzeitig erkennen will.

Kampf gegen Armut

Wichtig für die Weltbank sei eine langfristige Strategie, wie sie die Länder in ihrem Kampf gegen die Armut unterstützen kann. In diesem Zusammenhang spielten sowohl die so genannten Armutsbekämpfungs-Strategiepapiere (PRSP) der einzelnen Staaten als auch die Analyse von Weltbank und IWF eine gleichwertige Rolle.

Denn Armutsbekämpfung müsse an der Spitze der Agenda bleiben. Er sei ein überzeugter Anhänger eines umfassenden Schuldenerlasses für arme Länder, sagte Villiger. Allerdings müsse die richtige Balance zwischen Geschwindigkeit und Qualität bei der Initiative zur Entschuldung der ärmsten Länder (HIPC) gefunden werden.

Länder, die sich für die Initiative qualifizieren wollen, müssten eine gesunde Wirtschaftspolitik aufweisen, die Regierungsführung verbessern und die Armut bekämpfen. Villiger rief alle Länder auf ihre Geldzusicherungen einzulösen, um die Finanzierung von HIPC längerfristig zu sichern.

Bisher sind 10 Länder für entschuldungsreif erklärt worden; bis zum Jahresende sollen es nach dem Willen mehrerer Staaten 20 sein. Insgesamt geht es dabei um einen Schuldenerlass von 50 Mrd. Dollar. Die Schweiz bezahlt davon rund 160 Mio. Franken.

swissinfo und Agenturen

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