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Kein Bargeld mehr an Bahnschaltern

Seit dem 1. Juni kann an SBB-Schaltern mit der Postcard kein Bargeld mehr bezogen werden. Keystone

Die Post hat eine weitere Dienstleistung abgebaut. Seit dem 1. Juni kann an den SBB-Schaltern mit der Postcard kein Bargeld mehr bezogen werden. Die Kundschaft verweist die Post in einer Kurzmitteilung auf ihr Netz von Postomaten und die Bankomaten.

Bisher standen Postscheckbenutzerinnen und -benutzer für ihre Bargeldbezüge auch die Schalter der SBB zur Verfügung. Seit 1. Juni müssen sich Reisende ihr Bargeld andernorts besorgen. Kurz und bündig hatte die Post ihrer Kundschaft vor einigen Tagen mitgeteilt, dass sie diese Dienstleistung aufgibt.

Die Kundschaft verweist sie in einer 5-Zeilen-Mitteilung auf ihr Netz von Postomaten und die Bankomaten. Bei letzteren kostet jeder Bezug allerdings 3 Franken Gebühren. «Wir wollen den Bargeldverkehr nicht fördern», sagt dazu Alex Josty, Sprecher von Postfinance.

Zu hohe Forderung der Post

Rund eine halbe Million Bezüge sei jährlich getätigt worden. Diese Zahl nennt SBB-Sprecher Reto Kormann gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Es sei kein Riesengeschäft gewesen, auch wenn die Bahn noch eine vom bezogenen Betrag abhängige kleine Komission erhalten habe, sagte Kormann weiter. Doch die SBB habe es gerne gemacht, bedauert er das Ende der Zusammenarbeit. «Es war ein weiteres Glied in unserer Dienstleistungskette.»

Auf die Komission hätte die Bahn auch verzichtet. Doch als die Post sogar Transaktionskosten verrechnen wollte, scheiterten die Verhandlungen.

Zu tragen haben den Serviceabbau und die offensichtlich harzige Gesprächskultur die Kundschaft. «Aus der Sicht der Kundenorientierung her» gibt Postfinance-Sprecher Josty der Kritik recht. Doch das Vorgehen sei mit den SBB abgesprochen und liege im Trend hin zum bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Als weiteren Grund für den Abbau der Dienstleistung weisen beide Sprecher auf die – in einigen Fällen auch genutzte – Betrugsmöglichkeit hin. Beim Bezug am Schalter gegen Unterschrift konnte mit gestohlenen Karten einfach missbräuchlich Bargeld bezogen werden.

Alternativen sind Terminals, Internet und anderes

Statt Bargeld am Schalter wird die SBB zumindest in allen grösseren Bahnhöfen elektronisches Zahlen mittels EFT/POS-Terminals ermöglichen. «Bis Ende 2001» zeigt sich Josty von Postfinance beruhigt.

Zunehmend würden die Billets auch via Internet bezogen, sagt Kormann weiter. Zugleich arbeite die SBB an weiteren technische Lösungen, um der Kundschaft einfachen Zugang zum öffentlichen Verkehr zu ermöglichen.

swissinfo und Agenturen

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