Konjunkturaussichten anhaltend gut
Die Konjunkturforscher der ETH Zürich erwarten in der Schweiz bis gegen Ende Jahr anhaltend kräftiges Wirtschaftswachstum. Ihr Konjunkturbarometer stieg allerdings erstmals seit Ende 1998 nicht mehr an weiter an wie in den letzten Monaten.
Das Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (KOF/ETH) stagnierte im April praktisch auf dem Vormonatsstand, wie es in der Mitteilung heisst und verharrte auf dem Hochkonjunktur-Niveau von Ende der 80-er Jahre.
Es stand auf 1,44 Punkten, verglichen mit jeweils 1,46 Punkten im Februar und März.
Das Barometer, das Beschleunigung oder Verlangsamung des Wachstums des Bruttoinlandprodukts in sechs bis neun Monaten anzeigen soll, befindet sich somit auf dem Niveau der Hochkonjunkturphase von 1988/1989. Dies signalisiere ein Anhalten des kräftigen Wirtschaftswachstums bis mindestens zum dritten Quartal, teilte die KOF/ETH mit.
Die Stagnation des Barometers auf hohem Niveau hat gemäss Mitteilung verschiedene Ursachen. In der Industrie lag im April der Saldo des Bestellungseingangs im Vorjahresvergleich auf einem hohen Stand, stieg aber seit März kaum mehr weiter an. Die Beurteilung der Auftragsbestände verbesserte sich noch etwas, und der Saldo zu den erwarteten Rohstoffeinkäufen erhöhte sich nur mehr leicht.
Der Anteil der Grosshandelsfirmen, die die Lagerbestände als zu hoch beurteilen, nahm seit dem Tiefpunkt von Mitte 1999 wieder etwas zu. Das Baugewerbe verzeichnete im ersten Quartal 2000 einen abgeschwächt steigenden realen Auftragsbestand.
Der vom Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) vierteljährlich ermittelte konsumnahe Indikator zur finanziellen Lage der Haushalte in den kommenden zwölf Monaten blieb dagegen auf saisonbereinigter Basis leicht im Aufwärtstrend, wie die KOF/ETH schreibt.
swissinfo und Agenturen
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