Kostenspirale im Schweizer Gesundheitswesen dreht sich weiter
Die Prämien der Krankenversicherung steigen Anfang 2000 im gesamtschweizerischen Mittel um 3,8 Prozent auf 212 Franken. Das Bundesamt für Sozialversicherung hat die neuen Prämien der Kassen genehmigt und am Freitag (08.10.) vorgestellt.
Die Prämien der Krankenversicherung steigen Anfang 2000 im gesamtschweizerischen Mittel um 3,8 Prozent auf 212 Franken. Das Bundesamt für Sozialversicherung hat die neuen Prämien der Kassen genehmigt und am Freitag (08.10.) an einer Medienkonferenz im Bundeshaus vorgestellt.
Am teuersten ist die obligatorische Grundversicherung mit durchschnittlich 320 Franken monatlich auch künftig in Genf, am billigsten mit 133 Franken in Appenzell Innerrhoden. Genf weist auch die höchste Prämienerhöhung aus mit 7,4 Prozent, gefolgt vom Kanton Luzern mit 6,2 Prozent.
Um 5,6 Prozent steigen die Prämien im Kanton Aargau, um 5,5 Prozent im Kanton Graubünden und um 5,3 Prozent im Kanton Freiburg. Um 4,9 Prozent teurer wird die Krankenversicherung in den Kantonen Zürich, Basel-Stadt und Jura.
In keinem Kanton gehen die Prämien zurück. Mit dem geringsten Anstieg – um 1,2 Prozent – kommen die Versicherten im Wallis und in Appenzell Innerrhoden davon. Eine Erhöhung um 1,5 Prozent gibt es in der Waadt. Im Kanton Bern sind es 2,5 Prozent.
Im Landesdurchschnitt kostet die obligatorische Grundversicherung im nächsten Jahr 212 Franken pro Monat. Am teuersten ist sie in den Kantonen Genf (320 Franken), Basel-Stadt (283) und Waadt (275). Es folgen Neuenburg mit 254 und das Tessin mit 248 Franken.
Für Erwachsene in Ausbildung (19-25 Jahre) kostet die Grundversicherung im schweizerischen Mittel neu 135 Franken – ein Anstieg um 3,5 Prozent. Um 3,4 Prozent steigen die Prämien für Kinder bis 16 Jahre; sie betragen neu im Durchschnitt 55 Franken. Auch in diesen zwei Bereichen ist der Kanton Genf am teuersten.
Bei den Kosten schliesst das Bundesamt für Sozialversicherung aus den Prognosen für 1999 auf eine Steigerung der Nettokosten um 3,2 Prozent und für 2000 um 4 Prozent. Praktisch stabil sind die Kosten bei der stationären Behandlung in den Spitälern.
Im teilstationären und ambulanten Spitalbereich steigen sie aber weiter, ebenfalls bei den Medikamenten. Auch die spital-externe Krankenpflege (Spitex) verzeichnet ein bescheidenes Kostenwachstum. Eine Abflachung der Kostenzunahme gibt es nach Angaben des Bundesamtes für Sozialversicherung bei den Pflegeheimen und im Bereich Praxisärzte und -ärztinnen.
SRI und Agenturen
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