Krankenkassen- Prämien steigen 2001 weiter an
Die Krankenkassen-Prämien werden im Jahr 2001 erneut ansteigen. Das Ausmass der Kostensteigerung ist noch unklar. Am Montag (31.07.) lief die Frist zur Eingabe der Prämienforderungen der Versicherer zu Handen des Bundesamts für Sozialversicherung ab.
Entscheidend für die Erhöhung der Krankenkassenprämien sei die Kostenentwicklung in den drei Bereichen Ambulante Spitalbehandlung, Medikamente und Heimpflege, sagte Christian Beusch, Pressesprecher des Krankenversicherers Helsana. Konkrete Angaben zur absehbaren Erhöhung machte er zunächst allerdings nicht.
Stephan Michel, Sprecher der Krankenkasse CSS verwies auf Anfrage auf die Kostensteigerung im Gesundheitswesen von vier bis sechs Prozent im laufenden Jahr, die es in irgendeiner Form zu bewältigen gelte.
Noch deutlicher äusserte sich der Sprecher von Wincare, Ruedi Steiner: «Unsere Prämien werden im kommenden Jahrgesamtschweizerisch um durchschnittlich 4,9 Prozent ansteigen».
Der Direktor des Bundesamts für Sozialversicherung (BSV), Otto Piller, sagte am Montag auf Anfrage, dass bis zum Ablauf der Frist für die Eingaben der Krankenkassen am 31. Juli «noch relativ wenig» eingetroffen sei. Das BSV erwarte aber in den kommenden Tagen weitere Eingaben und werde diese sehr genau prüfen.
«Wenn eine Krankenkasse beispielsweise ihre Reserven weit über das gesetzliche Minimum hinaus verstärken konnte und einen Aufschlag verlangt, den wir gesamthaft als ungerechtfertigt einstufen, intervenieren wir natürlich», sagte Piller weiter. Das BSV zwinge die Kassen aber nicht, ihre Reserven gefährlich tief nach unten zu drücken.
Die Krankenkassen müssen ab 2001 unter anderem auch die Kosten für die Heroinabgabe und die künstliche Befruchtung übernehmen. Diese Ausweitung des Leistungskatalogs dürfte laut BSV die Prämien um rund ein halbes Prozent ansteigen lassen. Auf der anderen Seite soll möglicherweise ein dreijähriger Ärztestopp helfen, die Mengenausweitung in den Griff zu bekommen.
Das schweizerische Gesundheitswesen kostete 1999 rund 40 Mrd. Franken. Die Kostensteigerung 1999 fiel dabei mit 3,9 Prozent im Vergleich zu 4,5 Prozent im Jahr 1998 gedämpfter aus.
Die letzte Steigerung der Krankenkassen- Prämien belief sich auf durchschnittlich 2,1 Prozent statt der von Gesundheitsministerin Ruth Dreifuss prognostizierten 2,8 Prozent.
swissinfo und Agenturen
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