The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter

Krankenkassen-Prämien: Steigen sie um 6 Prozent?

Krankenkassen Prämien-Grafik swissinfo.ch

Die Schweizer Bevölkerung kann sich für das kommende Jahr auf durchschnittlich sechs Prozent höhere Krankenkassen-Prämien gefasst machen. Diese Schätzung veröffentlichte das Konkordat der Schweizerischen Krankenversicherer (KSK).

Die Prämien seien ein direktes Abbild der Kosten, sagte KSK-Präsident Christoffel Brändli am Montag (02.10.). Jährliche Prämienanstiege müssten eigentlich nicht sein. Den Kassen seien alledings für kostendämpfende Massnahmen enge Grenzen gesetzt, weil sämtliche medizinischen Leistungen zu festen Preisen abgegolten werden müssten.

Ohne die Stabilisierung von Menge und Preis seien die Kosten nicht in den Griff zu bekommen, erklärte Brändli. Zudem dürften sich die Kantone nicht noch mehr aus der Finanzierung der Krankenversicherung zurückziehen. Deren Anteil liege seit 1992 bei 5 Mia. Franken, während er bei den Kassen in dieser Zeitspanne um 6 Mia. auf 19 Mia. Franken angestiegen sei.

Durchschnittlich sechs Prozent

Nach einem Prämienanstieg von 2,8 Prozent im vergangenen und 3,8 Prozent im laufenden Jahr dürfte 2001 eine Erhöhung um durchschnittlich sechs Prozent eintreten. Die KSK-Experten zogen bei ihren Schätzungen den Kostenanstieg im vergangenen Jahr heran. Dieser betrug 4,1 Prozent. Dazu kommt für das laufende Jahr eine Kostenausweitung um 6,8 Prozent oder 1 Mia. auf 15,6 Mia. Franken.

Berücksichtigt wurden zugleich Reservenbildung, Rückstellungen und Verwaltungskosten der einzelnen Anbieter. Die genaue Prämienerhöhung für 2001 gibt das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) am kommenden Freitag bekannt.

KSK fordert: den Vetragszwang sofort aufheben

Brändli plädierte erneut für die Aufhebung des Vertragszwangs – eine Forderung, die der Bundesrat nach dem negativen Echo in der Vernehmlassung fallen gelassen hatte. Dieser Verzicht sei völlig unverständlich und komme einem «Kniefall vor der Ärztelobby» gleich, sagte der KSK-Präsident. Denn selbst der Bundesrat habe die Mengen-Ausweitung als eines der Hauptprobleme erkannt.

Der Vertragszwang blockiere auch die Entwicklung von Hausarztsystemen und HMO-Praxen. Nötig sei im Rahmen der zweiten KVG-Revision aber auch eine Neuregelung der Spital-Finanzierung. Sie liege im Interesse der Prämienzahler, weil sie die finanziellen Anreize richtig setze und zu mehr Wettbewerb und dadurch zum Abbau von Überkapazitäten führe. Nicht zuletzt müsse jetzt der neue Ärztetarif TarMed möglichst rasch und vor allem kostenneutral eingeführt werden.

swissinfo und Agenturen

Beliebte Artikel

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!

Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft