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Kuoni: Kurs-Sturz an der Börse

Nach dem Hauskrach in der Chef-Etage wird der Reisekonzern Kuoni nun durch geschäftliche Probleme belastet. Keystone

Der grösste Schweizer Reisekonzern Kuoni rechnet für das erste Halbjahr 2001 mit einer deutlich grösseren Ertrags-Einbusse als ursprünglich erwartet. Die Probleme in Skandinavien, Italien und den USA belasten das Ergebnis. Die Börse hat auf die Gewinn-Warnung scharf reagiert.

Bereits im März hatte Kuoni verlauten lassen, dass die Rekordwerte des Vorjahres nicht erreicht würden. Im ersten Halbjahr 2000 war ein Betriebs-Ergebnis (EBITA) von 40,5 Mio. Franken und ein Konzern-Gewinn von 29,9 Mio. Franken ausgewiesen worden.

Nun zeige sich, dass die Einbusse deutlich höher ausfalle als erwartet, teilte Kuoni am Freitag (13.07.) mit. Ausführlich informieren über die Verluste wird der Konzern am 15. August. In Skandinavien liege der Verlust über den Erwartungen und in Italien trage der Umbau weniger rasch Früchte als erwartet.

Ausserdem belaste in der Schweiz der Abbruch eines IT- Grossprojektes das Ergebnis, in Grossbritannien falle eine ausserordentliche Steuer-Belastung an und in den USA sei es schliesslich dem Luxus-Anbieter Intrav nicht gelungen, den Ausfall der Concorde-Weltreisen im erwarteten Ausmass zu kompensieren.

Teurer Machtkampf mit Affolter

Schliesslich habe auch der inzwischen beendete Konflikt mit dem früheren Verwaltungsrats-Präsidenten Daniel Affolter Zusatz-Kosten verursacht. Insgesamt 3,8 Mio. Franken seien Affolter als Abgangs-Entschädigung bezahlt worden, sagte Kuoni-Sprecherin Regula Weyermann.

Affolter hatte bereits Mitte Mai das Management wegen der Probleme in Schweden kritisiert und darauf hingewiesen, dass die Ergenbisse im ersten Quartal unter dem Budget-Niveau ausfallen würden. Kuoni warf Affolter damals vor, er gehe vom «pessimistischen Szenario» aus.

Entscheidend: Das Sommer-Geschäft

Für das Ergebnis im ganzen Jahr werde entscheidend sein, wie sich das Geschäft in den wichtigen Sommer-Monaten entwickeln werde. Es sei aber mit einem deutlich unter dem Vorjahr und den Erwartungen liegenden Ergebnis zu rechnen.

Börse reagiert scharf

Die Gewinn-Warnung Kuonis hat zu einem massiven Kurszerfall der Aktien geführt. Bis 15.15 Uhr am Freitag (13.07.) brach der Aktienkurs um 28,6% auf das Jahrestief von 450 Franken ein. Der Schlusskurs am Vortag hatte 630 Franken betragen. Analysten kritisierten die Informations-Politik von Kuoni. Diese habe mit der Gewinn-Warnung zu lange gewartet.

Markt-Experten zeigten sich überrascht vom massiven Kurs-Einbruch. «Das Management ist in eine Glaubwürdigkeits-Problem geraten, da sich einige Vorwürfe Affolters als zutreffend erwiesen», erklärte Britta Simon, Analystin bei der Bank Sarasin.

Rekord-Werte im letzten Jahr

Im Geschäftsjahr 2000 hatte der Reisekonzern den Umsatz um 17% auf 4,11 Mrd. Franken gesteigert. Das Betriebs-Ergebnis (EBITA) war um 14,3% auf 174,7 Mio. Franken geklettert. Der Gewinn hatte einen Sprung um 32,1% auf 115,1 Mio. Franken gemacht.

swissinfo und Agenturen

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