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Negatives Schweizer Börsenjahr

Ein Kleinaktionär beobachtet das Börsenbarometer. Wer sein Vermögen in Aktien angelegt hatte, brauchte 2001 gute Nerven. Keystone Archive

Das Börsenjahr 2001 ist das schlimmste seit zehn Jahren. Die Rezession in den USA sowie der 11. September haben einen Sturzflug ausgelöst.

Der SMI, der Index der Standardwerte der Schweizer Börse, gab seit Anfang Jahr bis zum Börsenschluss am vergangenen Freitag um 21,77 Prozent auf 6364,6 Punkte nach. Den absoluten Tiefpunkt erreichte der SMI am 21. September. Der SMI notierte bei 5110,2 Punkten.

Gut gestartet

Dabei hatte das Jahr 2001 eigentlich gut begonnen: Die Schweizer Börse hielt sich gut bis etwa Mitte Februar. Ab diesem Zeitpunkt geriet der SMI ins Rutschen. Nach dem ersten Alarm hielten sich die 28 SMI-Werte bis Ende August noch mehr oder weniger gut. Von da an setzte dann eine eigentliche Talfahrt ein.

Böse Überraschung

«Das Ausmass des Schadens hat alle überrascht», kommentiert Jean-Pierre Buchs, Wertschriftenverwalter bei der UBP Gestion Institutionelle in Genf. Die schüchterne Erholung seit Oktober sei äusserst zerbrechlich, weil sie allein durch die gewaltigen Liquiditätsspritzen verschiedener Zentralbanken ausgelöst worden sei.

Die verhältnismässig gute Standfestigkeit der Schweizer Börse zu Jahresbeginn führt Buchs auf die Performance der defensiven Werte wie Nestlé oder Novartis zurück.

Zahlreiche Investoren hätten sich in diese Titel geflüchtet, um den «Sturm bei den spekulativeren Werten» vorüber gehen zu lassen. Dass auch diese eigentlich sicheren Werte zu einer Talfahrt ansetzen würden, habe niemand ernsthaft erwartet.

Zu optimistisch

Die Überraschung bei den Investoren war umso grösser, als Grossbanken wie UBS und CSG lange Zeit davon überzeugt waren, dass Europa stark genug sei, um der Rezession in den USA zu trotzen, und gar in der Lage sei, die Weltwirtschaft wieder anzukurbeln.

Nur drei Titel im Plus

Nur gerade drei SMI-Titel haben sich seit Anfang Jahr in der Pluszone halten können: Givaudan (+18%), Lonza (+14,3%) und Swisscom (+11,4%). Tiefe Taucher machten dagegen die Traditions-Konzerne Sulzer (-76,1%) und ABB (-60,7%).

Bei den «Schwergewichten» gelang es den beiden Grossbanken UBS (-4%) und CSG (-6,7%) sowie dem Nahrungsmittel-Konzern Nestlé (-7,5%) den Schaden im Rahmen zu halten. Nicht zuletzt wegen den Anschlägen vom 11.September waren die Versicherungs-Konzerne stärker unter Druck geraten: ZFS (-60,2%), Rentenanstalt (-46,1%) und Swiss Re (-13,8%).

Swissair: Minus 99,1 Prozent

Die grösste Verliererin im Hauptsegment der Schweizer Börse SWX ist jedoch die Swissair: Ihre Titel sackten um 99,1% auf praktisch Null ab. Andere in Schwierigkeiten steckende Unternehmen tauchten fast so tief: Gretag Imaging (-95,4%), Sulzer Medica (- 84,5%), Schweiter (-82,2%).

swissinfo und Agenturen

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