SBB – Nachtbusse für Nachtschwärmer
Für jugendliche und andere Nachtschwärmer führen die SBB ab November versuchsweise Nachtbusse ein. Der einjährige Versuch ist zunächst auf die Grossräume Zürich/Zug/Luzern und Genf/Lausanne beschränkt. Rentiert's, wird ausgeweitet.
Die Nachtbusse verkehren an den Wochenenden. SBB-Mediensprecher Reto Kormann bestätigte am Freitag (29.09.) entsprechende Medienberichte. Über Fahrpläne und die genaue Preisgestaltung mochte Kormann sich noch nicht auslassen, er verwies auf eine SBB- Medienkonferenz am 17. Oktober.
Der Betrieb der Nachtbusse werde wie bei den Frühzubringer- Bussen zum Flughafen Zürich-Kloten an Carunternehmen vergeben. Anders als bei den eher teuren Flughafenzubringern wollen die SBB auf die Preisgestaltung der Nachtbusse deutlicher Einfluss nehmen, sagte Kormann.
In den Nachtbussen seien SBB-Bilette und Abos wie General-Abonnement oder die Jugend-Karte «Gleis 7» gültig. Zur Frage eines eventuellen Nachtzuschlags verwies Kormann auf die Medienkonferenz im Oktober.
Veränderte Ausgehgewohnheiten
Mit ihrem Nachtbus-Angebot reagieren die SBB auf die veränderten Ausgehgewohnheiten der Jugend. Diese hat mit der Karte «Gleis 7» ab 19.00 Uhr freie Fahrt im Zug. Viele Jugendliche indessen nutzen den letzten Zug nicht zur Heimkehr, sondern für die Anfahrt zur Party. Wie Kormann sagte, beklagten sich viele, dass die Karte zwar am späten Abend gültig ist, nicht jedoch für die Heimkehr im Frühzug.
Der Verkauf der Karte «Gleis 7» ging seit der Einführung 1997 zurück. Wurden damals noch 95’000 Exemplare verkauft, sind aktuell 72’000 in Gebrauch.
Kormann führt den Rückgang nicht primär auf das veränderte Ausgeh-Verhalten der Jugend zurück. Er sei eher preisbedingt. Bei der Einführung habe «Gleis 7» noch 79 Franken gekostet, heute seien es 99. Hinzu komme, dass «Gleis 7» nur noch mit dem Halbtax-Abo zusammen verkauft werde.
swissinfo und Agenturen
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