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Schweizer Wirtschaft mit stärkstem Wachstum seit zehn Jahren

Arbeiter der Maschinenfabrik Rieter in Winterthur. Keystone

Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft hat sich im ersten Quartal dieses Jahres auf hohem Niveau fortgesetzt, aber nicht mehr weiter beschleunigt. Insgesamt befindet sich die Schweizer Wirtschaft auf dem stärksten Wachstumskurs seit zehn Jahren.

Nach Mitteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) vom Donnerstag (08.06.) erhöhte sich das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 4,0 Prozent.

Im Vorjahresvergleich machte das Wachstum 3,4 Prozent aus. Das seco revidierte gleichzeitig die Zahlen für die beiden vorangegangenen Quartale deutlich nach oben. Demnach war das BIP im vierten Quartal 1999 um 4,4 Prozent und im dritten Quartal um 3,5 Prozent gewachsen.

Im Berichtsquartal war der Aufschwung weiterhin am stärksten von den Exporten getragen. Gleichzeitig beschleunigte sich das Wachstum der Bauinvestitionen auf den höchsten Stand seit der Rezession. Auch der private Konsum – die wichtigste Komponente des BIP – legte weiter zu, wenn auch etwas weniger stark als im zweiten Halbjahr 1999.

Insgesamt befindet sich die Schweizer Wirtschaft auf dem stärksten Wachstumskurs seit zehn Jahren. Dies veranlasste die Kommission für Konjunkturfragen (KFK) des Bundes ihre Prognose für das laufende Jahr um einen vollen Prozentpunkt auf ein erwartetes BIP-Wachstum von 3,1 Prozent nach oben zu revidieren.

Teuerungsprobleme befürchten die Berater des Bundesrats nicht; die Arbeitslosigkeit sollte im Jahresdurchschnitt auf 2,0 Prozent fallen.

Laut seco haben im ersten Quartal die realen Bauinvestitionen mit einem Plus von 5,8 Prozent neben den Exporten (plus 9,6 Prozent) am deutlichsten zugelegt. Damit habe sich die im Frühjahr 1999 festgestellte Erholung der Bautätigkeit weiter fortgesetzt.

Die realen Ausrüstungsinvestitionen stiegen mit einem Plus von 3,3 Prozent weiter an, allerdings in einem eindeutig langsameren Tempo als im vergangenen Jahr. Das seco führt diese Entwicklung hauptsächlich auf einen drastischen Rückgang der Flugzeugkäufe zurück. Dagegen hielt das Wachstum bei den übrigen Investitionsgütern (Maschinen und Geräte, Büromaschinen und Nutzfahrzeuge) unvermindert an.

Bei den Exporten fielen vor allem die Dienstleistungsausfuhren (inkl. Fremdenverkehr) ins Gewicht. Laut seco legten sie im Vergleich zum vierten Quartal 1999 um 15 Prozent zu, in erster Linie dank einer massiven Zunahme bei den Bankdienstleistungen. Die realen Importe wiesen ein Wachstum von 10,6 Prozent aus.

Risiken bei Auslandkonjunktur und Frankenkurs

Die Risiken, die den schweizerischen Konjunkturaufschwung ins Stocken bringen könnten, ortet die Kommission für Konjunkturfragen vor allem bei der Auslandkonjunktur sowie beim Frankenkurs. Zu den seit einiger Zeit vorhandenen möglichen Gefahren für den weltweiten Aufschwung seien aber kaum neue hinzu gekommen, schränkt die KFK ein.

Es sei zwar nach wie vor unsicher, ob den USA eine sanfte Landung gelingen werde, doch sei dabei zu beachten, dass die Aktienindizes in den USA bereits deutlich unter ihren Höchstständen notierten. Eine Überhitzung innerhalb der Euro-Zone sei wenig wahrscheinlich. Nach Ansicht der KFK werden zudem vom höheren Erdölpreisniveau nur gerungfügig bremsende Auswirkungen auf die OECD-Konjunktur ausgehen.

swissinfo und Agenturen

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