Staatsgarantie für Flughafen Zürich-Kloten?
Auch der Flughafen Zürich-Kloten ist von den Kündigungen der Versicherungen gegen Drittschäden betroffen. Die Versicherungen laufen am Mittwoch um Mitternacht aus. Der Flughafen hat beim Bund ein Gesuch für eine Staatsgarantie eingereicht.
Als Folge der Terroranschläge in den USA kündigten die Versicherungen vor einer Woche den Fluggesellschaften den Versicherungsschutz gegen Kriegs- und Terrorschäden. Betroffen sind aber auch Flughäfen.
In Zürich-Kloten sei man von dieser Nachricht am Montag völlig überrascht worden, sagte der Leiter für Risikomanagement, Oscar Schönbächler. «Wir gingen eigentlich davon aus, dass wir eine Deckung erhalten.» Das Risiko sei bei einem Flughafen schliesslich kleiner als bei Luftfahrtgesellschaften.
Nachdem Verhandlungen kein Ergebnis gezeitigt hätten, habe der Flughafen Zürich beim Bund ein Gesuch um Staatsgarantie eingereicht, bestätigte Unique-Sprecher Andreas Siegenthaler Medienberichte vom Dienstag. Antwort erwartet Siegenthaler am Mittwoch. Bei einer abschlägigen Antwort sei es unsicher, ob der Flughafens weiter betreiben werden könne.
Inzwischen sind in Bern das Finanz- und das Umweltministerium daran, die Rechtsgrundlagen abzuklären, wie Sprecher Hugo Schittenhelm sagte. Dabei gehe es unter anderem um allfällige Unterschiede in Bezug auf eine Staatsgarantie für einen Flughafen und eine Fluggesellschaft: Denn der Swissair gewährt der Bund eine vorderhand auf 14 Tage beschränkte Staatsgarantie.
Der Flughafen Genf-Cointrin ist von den Kündigungen nicht betroffen. Die Versicherungs-Risiken würden vom Kanton Genf getragen, da der Flughafen als Unternehmen einen Sonderstatus habe, sagte Sprecher Philippe Roy.
Staatliche Hilfe in Deutschland
Die deutschen Flughäfen erhalten staatliche Hilfen für den Versicherungsausfall bei Drittschäden in Terrorfällen. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig erklärte am Dienstag, der Bund übernehme für vier Wochen die Haftungsgarantie in Höhe von 20 Mrd. Dollar für Fluglinien und -häfen.
Bodewig erklärte, innerhalb von vier Wochen sollten privatwirtschaftliche Lösungen für die zukünftige Versicherung von Fluglinien und Flughäfen gefunden werden. «Es wird kein einziges Flugzeug aus Haftungsgründen auf dem Boden bleiben», erklärte Bodewig.
swissinfo und Agenturen
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