Swissair-Absturz vor Halifax: Weitere Anhörung in Philadelphia
Im Vorfeld der nächsten Anhörung vor einem Gericht in Philadelphia haben Angehörige der Opfer Anfang September ein Entschädigungs-Angebot der Swissair abgelehnt. Die Swissair ihrerseits hat den Lieferanten des Bordunterhaltungssystems verklagt.
Im Vorfeld der nächsten Anhörung vor einem Gericht in Philadelphia vom 13. September haben die Angehörigen der Opfer des SR111-Absturzes vor Halifax ein Entschädigungs-Angebot der Swissair abgelehnt. Die Swissair ihrerseits verklagte vorsorglicherweise die Lieferanten des Bordunterhaltungs-Systems.
Über die Höhe des abgelehnten Swissair-Angebots wollte Swissair-Sprecher Erwin Schärer auf Anfrage keine Angaben machen. Die Verhandlungen mit den Anwälten der Opfer-Angehörigen würden jedoch fortgesetzt. Relativierend erklärte Schärer weiter, bisher sei vor allem ein Anwalt mit dem Angebot nicht einverstanden gewesen.
Swissair will die Entschädigungsfrage aussergerichtlich regeln. Im August hatte sie sich zusammen mit der Flugzeugherstellering Boeing bereit erklärt, den Angehörigen der Opfer nachgewiesenen Schaden zu ersetzen, wenn diese ihre Klagen zurückziehen würden.
Die Swissair ihrerseits hat bereits Anfang September beim Friedensrichter in Kloten ZH gegen die Lieferanten des Bordunterhaltungs-Systems Ifen geklagt. Die Zivilklagen erfolgten zur Unterbrechung der einjährigen Verjährungsfrist sowie zur Wahrung ihrer Regressrechte und enthielten keine konkreten Forderungen, teilte die Swissair am 9. September mit.
Die Lieferanten hatten bereits vor Monaten gegen Swissair geklagt, weil diese das Bordunterhaltungs-System Ifen kurz nach dem Flugzeug-Absturz vor Halifax in ihren MD-11 und Jumbo Jets abgestellt hatte. Die Ifen-Installation wird als möglicherweise mitverantwortlich für das Feuer an Bord der Unglücksmaschine vermutet.
Die MD-11 der Swissair war auf dem Flug von New York nach Genf in der Nacht vom 2. auf den 3. September 1998 vor der kanadischen Küste abgestürzt. Alle 229 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. Die Ursache des Absturzes ist noch nicht geklärt.
SRI und Agenturen
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