Tourismus-Saison senkt Zahl der Arbeitslosen
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar in der Schweiz erstmals seit sieben Monaten wieder leicht gesunken. Der Rückgang ist saisonal bedingt.
Erfreulich: Bei den Jungen nahm die Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich ab.
Der Rückgang habe ausschliesslich saisonale Gründe, sagte Jean-Luc Nordmann, Direktor für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (seco). Saisonbereinigt nahm die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat lediglich um 135 oder 0,1% zu.
Der saisonale Effekt zeige sich beispielsweise deutlich an den Zahlen der Tourismuskantone Graubünden mit einem Rückgang um 5,7% und Wallis mit 7,3%. Die höchsten Arbeitslosenquoten verzeichneten weiterhin das Tessin (5,4%) und die Westschweizer Kantone Genf (7,5%) und Waadt (5,4%).
Entspannung bei den Jungen?
Sehr erfreulich sei, dass die Jugendlichen überdurchschnittlich von der Erholung profitiert hätten, so Nordmann weiter. Während die Zahl der Arbeitslosen im Schnitt nur um 1% sank, nahm sie bei den 15- bis 19-Jährigen sogar um 3,2% ab.
Bei den 20- bis 24-Jährigen betrug die Abnahme 1,5%. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,7% blieb diese Alterskategorie aber überdurchschnittlich stark von der Arbeitslosigkeit betroffen.
Die Zahl der arbeitslosen Lehrlinge sank innert Monatsfrist um 5,6%. Bei den Schülern und Studenten belief sich der Rückgang auf 3,0%, wie die seco-Statistik weiter zeigt.
Vor allem kaufmännische Berufe
Die Aufschlüsselung nach Wirtschaftszweigen macht deutlich, dass der Dienstleistungsbereich am stärksten von der Arbeitslosigkeit betroffen ist mit einer Quote von 4,6% und 104’31 registrierten Arbeitslosen.
Nach Berufsgruppen unterteilt sind das Gastgewerbe und die kaufmännischen Berufe am meisten von der Arbeitslosigkeit tangiert.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen erreichte im Februar einen Stand von 30’859, was einem Rückgang von 0,5% gegenüber dem Vormonat entspricht. Ihr Anteil am Total der Arbeitslosen beträgt 19,2%.
Rückgang auf bei Kurzarbeit
In Schweizer Firmen wurde ebenfalls weniger Kurzarbeit geleistet. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Auslastung der Betriebe steige, wie Nordmann weiter sagte.
Im Januar wurde in 279 Unternehmen Kurzarbeit geleistet. Das sind 53% weniger als vor Jahresfrist.
Wieder Zunahme ab Herbst
Für das laufende Jahr rechnet Nordmann mit einem Jahresdurchschnitt von rund 146’000 Arbeitslosen und einer Quote von 3,7%. Bei den Jugendlichen rechnet er bis im Sommer mit einem Rückgang der Arbeitslosen.
Saisonale Effekte – etwa das Frühlingserwachen auf Baustellen – dürften in den kommenden Monaten zu einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit führen.
Ab Sommer dreht sich der Trend dann aber ebenfalls wieder, weil Schul-, Lehr- und Studienabgänger auf den Arbeitsmarkt drängen. Man sei nun daran, die Praktikumsplätze zu verdoppeln und werde im Frühling einen Aufruf an die Firmen lancieren, sagte Nordmann weiter.
Travail.Suisse, der Dachverband der Arbeitnehmenden, forderte rasches Handeln angesichts der hohen Zahl arbeitsloser Jugendlicher.
Konjunktur schlägt nicht durch
Wann endlich die Konjunktur so stark sein wird, dass sich das Wirtschaftswachstum positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt, lässt sich laut Nordmann nicht sagen. Eine Prognose sei umso schwieriger, nachdem die Wirtschaft im vierten Quartal 2004 geschrumpft sei.
swissinfo und Agenturen
Am meisten Arbeitslose hatte es im Februar in den Kantonen Genf (7,5%), Waadt (5,8%), Tessin (5,4%), Wallis (4,9%), Neuenburg und Jura (je 4,6%) sowie Basel-Stadt (4,5%) und Zürich (4,3%).
Alle anderen Kantone liegen unter dem Schnitt von 4,1%.
Die tiefste Arbeitslosigkeit weist Appenzell-Innerrhoden mit 1,5% auf.
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