Verhärtete Fronten im Adtranz-Konflikt
Die Protestwelle in der Schweiz gegen die Schliessung der Adtranz-Werke in Pratteln (BL) und Zürich-Oerlikon hat bei der Berliner Adtranz-Führung Rechtfertigungsbedarf geweckt. Sie beharrte aber am Donnerstag (18.11.) auf dem Schliessungsentscheid.
Die Protestwelle in der Schweiz gegen die Schliessung der Adtranz-Werke in Pratteln (BL) und Zürich-Oerlikon hat bei der Berliner Adtranz-Führung Rechtfertigungsbedarf geweckt. Sie beharrte aber am Donnerstag (18.11.) auf dem Schliessungsentscheid.
Ein Komitee der Adtranz-Beschäftigten in der Schweiz gab an einer Medienkonferenz in Zürich bekannt, oberstes Ziel der laufenden Aktivitäten sei die Erhaltung aller Arbeitsplätze des Bahntechnikkonzerns in der Schweiz. Toni Patscheider, Sprecher des Belegschaftskomitees OK Adtranz Schweiz, betonte dabei, die Schliessung der Schweizer Produktionsstätten vernichte nicht nur 710 Adtranz-Stellen, sondern bedrohe mindestens 2’000 weitere Arbeitsplätze von Unterlieferanten. Zur Erhaltung der Adtranz-Schweiz-Produktion gebe es zwei
Varianten: das Verbleiben bei Adtranz oder die Verselbständigung.
Nach der Belegschafts-Medienkonferenz rechtfertigte die Adtranz-Konzernleitung den Schliessungsentscheid. Das am letzten Freitag präsentierte internationale
Restrukturierungsprogramm werde in den Schweizer Medien aus sehr nationaler Perspektive bewertet. Die Einstellung der Fertigungskapazitäten und der Abbau von Arbeitsplätzen in der Schweiz seien zwar bedauerlich, aber unabdingbar, um wieder profitabel zu werden, schrieb Adtranz. Insgesamt würden rund 3’000 Stellen gestrichen, auch in Deutschland, Norwegen, Portugal und den USA. Die Schweizer Werke könnten bei Fertigungskapazität und Absatzmärkten nicht mit andern Werken Schritt halten. In der Schweiz würden weiterhin 670 Leute beschäftigt.
Das Schweizer Adtranz-Personalkomitee erwartet am Samstag die gesamte rund 1’300-köpfige Belegschaft zu einer Protestkundgebung in Zürich. Es hofft auf insgesamt rund 4’000 Teilnehmer.
SRI und Agenturen
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