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Vermehrte Gewaltbereitschaft an der Schweizer Grenze

Im ersten Halbjahr 2000 mussten im Vergleich zur Vorjahresperiode an den Grenzposten mehr Personen abgewiesen werden. Keystone

An der Schweizer Grenze hat die Gewaltbereitschaft und die Professionalität der Delinquenten im ersten Halbjahr 2000 zugenommen. Laut Grenzwachtkorps ist auch auch die Zahl der aufgedeckten Drogenschmuggelfälle markant angestiegen.

Die rund 1900 Grenzwachtbeamten, die auf 106 Grenzwachtposten und 32 mobilen Posten die Grenze sichern, seien in Erfüllung ihrer Aufgaben einem permanenten Restrisiko ausgesetzt. Wie das Grenzwachtkorps am Donnerstag (20.07.2000) mitteilte, hat sich dies in letzter Zeit vermehrt durch Grenzzwischenfälle, insbesondere Durchbrennen und Fluchtversuche, manifestiert.

Eine Massierung sei vor allem im Raum Genf feststellbar. Ebenfalls im Raum Genf haben sich die illegalen Grenzübertritte gehäuft. Lag das Schwergewicht bis anhin an der Südgrenze, wurden nun an der Westgrenze 1’403 illegal Eingereiste aufgegriffen.

Insgesamt ist die Zahl der Aufgriffe von Asylbewerbern und Arbeitssuchenden, die illegal in die Schweiz einreisen wollten, seit Ende des Balkankriegs mit 3’149 merklich gesunken, und sie hat sich laut Mitteilung wieder auf dem Vorkriegsniveau eingependelt. Im ersten Halbjahr 1999 waren es noch 7’851 illegal Eingereiste.

Delinquenten agieren immer professioneller

Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten 14’648 Personen oder pro Tag 80 Personen an die Polizei übergeben. In der Vorjahresperiode waren es noch 18’568. Von insgesamt 53’543 Rückweisungen erfolgten 22’266 an der Grenze zu Deutschland, 15’890 an der Grenze zu Frankreich, 11’270 an jener zu Italien und 4’117 an der Grenze zu Österreich.

Die häufigsten Rückweisungsgründe waren fehlende oder ungültige Grenzübertrittspapiere sowie fehlende Visa. Auf Grund von Fahndungsunterlagen konnten 2’281 polizeilich gesuchte Personen an der Grenze angehalten und der Polizei übergeben werden.

Weitere 3’625 Personen wurden laut Mitteilung wegen Verdachts auf kriminelle Tätigkeit wie illegalem Waffenbesitz oder gestohlenen Fahrzeugen der Polizei überstellt. Ausserdem wurden 3’480 Fahrzeuglenker, die gegen das Strassenverkehrsgesetz verstossen haben, der Polizei übergeben. Im ersten Halbjahr wurden weiter auch 874 Ausweisfälschungen aufgedeckt.

Die Inhaber der gefälschten Dokumente stammten vor allem aus der Bundesrepublik Jugoslawien (170), Italien (68), China (34), und Frankreich (34). Gerade der Bereich der Ausweisfälschungen verdeutliche, dass die Delinquenten professionell organisiert seien und das Umfeld vernetzter und komplexer geworden sei.

Die Zahl der vom Grenzwachtkorps im Strassen- und Bahnverkehrsowie im Zwischengelände aufgedeckten Betäubungsmittel- Schmuggelfälle stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode von 1’217 auf 1’667 massiv an.

Die sichergestellten Mengen nahmen ebenfalls zu. Durch die Eidgenössische Zollverwaltung wurden 51 Kilogramm Heroin, 29 Kilogramm Kokain, 157 Kilogramm Cannabisprodukte sowie über 39’000 Substanzen wie Ecstasy, Amphetamine und LSD sichergestellt.

swissinfo und Agenturen

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