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Versorgungssicherheit: Schweizer Pflichtlager werden weiter abgebaut

Die obligatorischen 'Pflichtlager' in der Schweiz werden weiter abgebaut. Ab 2004 müssen Güter wie Reis, Kaffee, Benzin und Heizöl gemäss der neuen Pflichtlagerpolitik der Regierung nur noch für vier Monate (bislang sechs Monate) vorrätig sein.

Die obligatorischen ‚Pflichtlager‘ in der Schweiz werden weiter abgebaut. Ab 2004 müssen Güter wie Reis, Kaffee, Benzin und Heizöl gemäss der neuen Pflichtlagerpolitik der Regierung nur noch für vier Monate (bislang sechs Monate) vorrätig sein. Mit der Reduktion sinken die jährlichen Pflichtlagerkosten pro Person von 44 auf rund 20 Franken.

Ein militärischer Konflikt und eine völlige Isolation des Landes stehe heute nicht mehr im Vordergrund, schreibt die Regierung. Neue Risiken berge stattdessen die Just-in-Time-Produktion in der Wirtschaft. Bereits geringe logistische Störungen könnten zu Engpässen und teuren Produktionsausfällen führen.

Gemäss Regierung trägt die neue Pflichtlagerpolitik diesem Umstand und auch der Tatsache, dass nicht jedes Risiko versichert werden kann, Rechnung. Die Versorungsrisiken würden neu gewichtet, einzelne Produkte ganz abgebaut und die Kosten für Konsumenten und Wirtschaft entsprechend verringert.

Die heute auf einen Verbrauch von sechs Monaten ausgerichteten obligatorischen Pflichtlagermengen biespielsweise an Reis, Kaffee, Benzin und Heizöl werden bis Ende 2003 auf einen Bedarf von vier Monaten abgebaut. Die Erdöllager sollen künftig statt für sechs Monate nur noch für viereinhalb Monate ausreichen müssen. Verschieden Produkte verschwinden gemäss Beschluss der Regierung ganz aus den Pflichtlagern. Namentlich Kakao, Seifen, Textilwaschmittel, Feldsämereien sowie Futtergetreide. Die Pflichtlager an Tee sind nach Angaben der Regierung bereits abgebaut; die Aufhebung der Kohlepflichtlager ist im Gang.

Die jährlichen Kosten der Pflichtlagerhaltung sollen von 765 Millionen Franken im Jahr 1990 auf etwa 134 Millionen Franken im Jahr 2003 sinken. Weil sie auf die Verkaufspreise überwälzt werden (beim Benzin beispielsweise 1,5 Rappen pro Liter) profitieren von der Kostenreduktion auch die Konsumenten. Ihre ‚Versicherungsprämie‘ verringert sich pro Kopf von 44 auf etwa 20 Franken. Der Pflichtlagerabbau bringt aber auch Erleichterungen für die Wirtschaft. Gleichzeitig mit der Mengenreduktion werden nämlich die Mindestpflichtlagermengen erhöht. Kleinere Unternehmen können damit von der Lagerpflicht befreit werden, da die teuren Kleinstlager ganz wegfallen.

SRI und Agenturen

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