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Flughafen Zürich verteilt rund 700 Sonnenblumen-Halsbänder

Keystone-SDA

Der Zürcher Flughafen hat bisher fast 700 Sonnenblumen-Schlüsselbänder verteilt. Bei den SBB waren es schweizweit schon über 23'000. Damit können Passagiere mit unsichtbaren Beeinträchtigungen signalisieren, dass sie bei Kontrollen mehr Zeit benötigen.

(Keystone-SDA) Die sogenannten Sunflower Lanyards würden bei den betroffenen Personen durchwegs sehr gut ankommen, teilte der Flughafen Zürich auf Anfrage von Keystone-SDA mit. Auch von den Flughafenangestellten würden die Schlüsselbänder geschätzt. Sie wüssten so, welche Passagiere einen besonders sensiblen Umgang brauchen würden.

Der Flughafen gibt die kostenlosen Schlüsselbänder seit November 2025 ab. Damit können Personen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen wie Autismus, ADHS oder Parkinson signalisieren, dass sie vom Personal eventuell mehr Geduld, Rücksicht oder Unterstützung benötigen.

Auch die SBB geben den Sonnenblumen-Bändel ab. Seit der Einführung im vergangenen Sommer wurden dort schweizweit bereits über 23’000 «Lanyards» verteilt. Schon in den ersten Monaten waren es über 10’000. Wie eine Mediensprecherin der SBB auf Anfrage sagt, sind die Bändel seit März 2026 in allen Reisezentren erhältlich. «Lanyards» können auch bei der Swiss oder bei der Matterhorn Gotthard Bahn bezogen werden.

Einzelne haben Angst vor Stigmatisierung

Die SBB erhielten nach eigenen Angaben positive Rückmeldungen der Betroffenen. «Die freiwillige, kostenlose und niederschwellige Nutzung ohne Nachweispflicht wird besonders geschätzt», heisst es bei der Medienstelle. Eine Umfrage habe auch gezeigt, dass «Lanyards» als konkrete Hilfe im Reisealltag wahrgenommen werden. Wie am Flughafen schätze auch das SBB-Personal die Bändel, weil sie situativ besser auf die Personen eingehen könnten.

Die Betroffenen würden sich wünschen, dass das Symbol breiter bekannt wird, schreiben die SBB. Das würde mehr Personen sensibilisieren. Und wohl auch verhindern, was einigen Sorgen macht: Einzelne Befragte gaben an, dass sie wegen des sichtbaren Zeichens Angst vor einer Stigmatisierung hätten. Der Bändel «muss» allerdings nicht getragen werden, das könne situativ passieren, heisst es bei den SBB.

Wiederum Einzelne hätten sich gewünscht, dass die Bändel nur an Personen abgegeben würden, die eine Behinderung nachwiesen. Dies gehe aber nicht, weil die SBB sich verpflichtet hätten, die «Lanyards» kostenlos und ohne Nachweis abzugeben.

Auch politisch angekommen

Die Stadt Zürich soll ebenfalls zu den Anbietern von «Sunflower Lanyards» stossen, forderten Gemeinderäte von FDP und AL bereits im vergangenen Jahr in einem Vorstoss. Einsatzgebiete wären etwa die Stadtverwaltung, Schulen, Sportanlagen, Trams und Busse sowie Spielplätze.

Der Vorstoss hat gute Chancen, wurde allerdings noch nicht beraten.

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